Toter Bussard am Alleenradweg: Radfahrer im Frühjahr sicher?

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Dieser tote Bussard lag am Alleenradweg unweit des Horstes, in dem im vergangenen Jahr ein Pärchen brütete und sich bei der Aufzucht der Jungtiere aggressiv gegen Radfahrer verhielt.

Wambeln - Am Rande des Alleenradweges in Wambeln ist ein toter Bussard entdeckt worden.

Der Vogel lag unweit des Horstes, in dem in den vergangenen Jahren ein Pärchen brütete und während der Aufzucht mindestens zwei vorbeifahrende Radfahrer instinktiv attackierte, um die Jungtiere zu schützen (wir berichteten). Haben die Radfahrer nun im Frühjahr freie Fahrt? 

Ob es sich tatsächlich um einen der beiden aus den Vorjahren bekannten Bussarde handelt, lässt sich nicht hundertprozentig sagen. Die Wahrscheinlichkeit liegt aufgrund der Nähe zum Horst aber nahe, zumal die Greifvögel in der Regel eigene Jagdreviere haben und sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. Die im vergangenen Sommer groß gezogenen Jungtiere streichen naturgemäß aus dem Brutrevier ab und suchen sich ein eigenes. 

Ebenso unklar ist noch die Todesursache. Vom WA über den Fund informiert, machten sich Mitarbeiter des Umweltamtes sofort auf den Weg nach Wambeln, um das tote Tier, das in Deutschland unter Schutz steht, zu sichten. Hinweise auf eine unnatürliche Todesursache (zum Beispiel Schussverletzungen) entdeckte der Stadtmitarbeiter nicht. Daraufhin nahm er den Kadaver auf und brachte ihn zur Bezirksregierung nach Arnsberg. 

Dort wird nun eine Obduktion stattfinden. Neben eines natürliches Todes könnte auch eine Vergiftung zur Verendung geführt haben. Ganz ausgeschlossen sei das nicht, meint Stadtsprecher Tom Herberg, zumal noch im Vorjahr mehrere Greifvögel im Münsterland verendet sind – offenbar vergiftet durch einen Tierquäler. Mit Gift könnte der Vogel aber auch bei der „normalen“ Nahrungsaufnahme in Kontakt gekommen sein, indem er zum Beispiel ein vergiftete Maus gefressen hat. Als Todesursache komme laut Stadtsprecher Tom Herberg auch die Vogelgrippe infrage.

Mit einem Ergebnis des Veterinär- und Untersuchungsamtes in Arnsberg rechnet die Stadt in der kommenden Woche. Sollte sich eine Vergiftung als Todesursache herausstellen, würde die Stadt eine Anzeige gegen unbekannt erstattet, so Herberg. 

Einen Tipp für Bürger hat Herberg zudem: „Wer einen toten Greifvogel entdeckt, sollte dies unbedingt bei der Stadt Hamm melden und auf keinen Fall das Tier selbst wegschaffen.“ Nur über Hinweise oder per Zufall würden tote Greifvögel entdeckt. 

Bedeutet der Todesfall des Greifvogels, dass die Radfahrer in diesem Frühjahr gefahrlos den Radweg nutzen können? In den vergangenen beiden Jahren war das millionenschwere Radweg-Projekt entlang der alten Bahntrasse gesperrt worden und konnte über mehrere Wochen hinweg nicht genutzt werden. Auszuschließen ist weiterhin nicht, dass sich ein Bussard-Pärchen erneut in der Region niederlässt. Der Horst, der sich in einem Baum entlang des Alleenradweges befindet, ist übrigens im Laufe des Winter vom Wind in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein Wiederaufbau dürfte den Vögeln aber nicht allzu schwer fallen. Die Stadt Hamm wird wie in den Vorjahren in der Beobachterrolle bleiben und erst dann den Radweg wieder sperren, sobald ein Vogel aggressives Verhalten zeigt.

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