So wird die Temporeduzierung in der Ortsmitte umgesetzt 

Wird in Rhynern gerast? 704 Mal löst Blitzanhänger aus

+
Die Stadt Hamm setzt den Blitz-Anhänger an diversen Standorten - hier an der Widumstraße in der Stadtmitte - ein.

Rhynern - Eine Woche lang stand einer der Blitz-Anhänger der Stadt Hamm auf der Alten Salzstraße in Rhynern. Es war die erste längere Messaktion, nachdem die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 verringert worden ist. „Erwischt“ wurden im Laufe der Woche 704 Fahrer.

Der Pkw-Fahrer, der am Samstag, 6. Juli, um kurz vor 21 Uhr durch den Ortskern von Rhynern raste, hätte auch beim alten Tempolimit tief in die Tasche greifen müssen. 82 Kilometer pro Stunde hatte das Fahrzeug auf dem Tacho – und das obwohl nur 30 auf der Alten Salzstraße erlaubt sind. Nach Abzug der Toleranz waren dies 49 Kilometer pro Stunde zu viel. 280 Euro kostet ihn dies, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate der Verzicht auf den Führerschein kommen noch dazu.

Der Spitzenreiter der Messaktion ist ein Ausreißer nach oben. Im Schnitt lag die Verstoßquote bei 6,64 Prozent. Davon lag der größte Teil im Bereich bis 50 Kilometer pro Stunde. Diese Fahrzeuge wären also beim alten Tempolimit nicht geblitzt worden. Nur sieben Fahrzeuge wurden über Tempo 55 gemessen. 

Der Blitzeranhänger, der so genannte „Enforcement Trailer“, stand vom 4. bis 11. Juli in Höhe des Ladenlokals von Jana&Ellen und kontrollierte die Fahrzeuge in Richtung Süden (Dorfmitte).

Der Blitzer stand eine Woche lang an der Alten Salzstraße.

Die höchste Quote wurde am Wochenende erzielt. Am Samstag, 6. Juli, tappten gut 16 Prozent der Fahrzeuge in die Blitzerfalle, am Sonntag, 7. Juli, waren es sogar mehr als 21 Prozent. An diesen Tagen ist die Verkehrsdichte deutlich geringer als an Werktagen, wenn ein schnelleres Fahren oft gar nicht möglich ist. In diesem Fall war zudem noch die Ampel im Bereich der Baustelle am südlichen Ende der Alten Salzstraße ausgeschaltet, so dass auf längere Sicht freie Fahrt herrschte.

Die nackten Zahlen vom Wochenende: Am Samstag fuhren 504 Fahrzeuge in Richtung Süden, 82 waren zu schnell. Davon hatte die Hälfte aber höchstens Tempo 40 auf dem Tacho. Am Sonntag wurden 346 Fahrzeuge erfasst, 72 davon waren zu schnell. Auch hier lagen 40 „Temposünder“ unter zehn Kilometer pro Stunde zu viel.

Im Vergleich dazu die ebenfalls interessanten Zahlen der Fahrzeuge, die an den Werktagen überhaupt auf der Alten Salzstraße unterwegs waren: Freitag, 5. Juli, 1.515 Fahrzeuge; Montag, 8. Juli, 1.886 Fahrzeuge; Dienstag, 9. Juli, 2.682 Fahrzeuge; Mittwoch, 10. Juli, 2.717 Fahrzeuge.

Lokalpolitikern war Tempo 50 zu schnell

Die Zahl der Verstöße deckt sich weitgehend mit den Messungen, die vor der Einführung von Tempo 30 durchgeführt wurden. Auch damals gab es kaum Fahrzeuge, die schneller als 50 unterwegs waren. Der Lokalpolitik war allerdings Tempo 50 im Ortskern zu viel, sie beantragte Tempo 30. Und das scheint sich bereits bei den meisten Autofahrern in den Köpfen festzusetzen. Andersherum ausgedrückt sind während der Woche von den 12.378 registrierten Fahrzeugen 11.674 ordnungsgemäß unterwegs gewesen.

Mehr zum Thema Enforcement Trailer hier klicken

Am häufigsten löste der Blitzer übrigens am ersten Tag aus (169-mal), anschließend hatte sich der Standort wohl herumgesprochen.

Abgestellt ohne Parkscheibe

Eine Woche lang stand der so genannten „Enforcement Trailer“ an der Alten Salzstraße, platziert auf einem öffentlichen Parkplatz. Dies hatte einige Bürger und Geschäftsleute etwas verwundert. Denn noch vor gar nicht allzu langer Zeit wurde bekanntlich auf diesem Teilstück ein neues Parkkonzept umgesetzt. Dieses besagt, dass Fahrzeuge nicht länger als zwei Stunden dort stehen dürfen. Für den Blitzeranhäger gilt diese Regelung allerdings nicht. 

Die städtischen Blitzerfahrzeuge haben eine Ausnahmegenehmigung gemäß Paragraf 46 Absatz 1 Straßenverkehrsordnung. Unter anderem heißt es dort, dass die Fahrzeuge kein Parkticket oder ähnliches benötigen. Das was für die mobilen Blitzerfahrzeuge gilt – in Hamm werden häufig VW-Caddys eingesetzt – gelte auch für die „Enforcement Trailer“.

Beschwerde

Dennoch gab es Geschäftsbetreiber in Rhynern, die sich wünschen, dass hier mehr Rücksicht genommen wird. Immerhin sei das Parkkonzept erstellt worden, da zu wenig Stellplätze für die Kunden der Geschäfte vorhanden sind. Bei der Stadt ging diesbezüglich auch eine Beschwerde ein, bestätigte ein Stadtsprecher. Gleichzeitig hätten sich aber auch mehrere ansässige Betriebe bei der Stadt gemeldet und die Platzierung des Anhängers begrüßt, fügte der Stadtsprecher hinzu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare