Schießen in Osterflierich

König Kolja Schulze-Allen hatte es eilig

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König in Osterflierich: Kolja Schulze-Allen

Die Schützen aus Osterflierich hatten es am Freitagabend besonders eilig, den ersten Vogel der Hammer Schützensaison abzuschießen. Nur 40 Minuten dauerte der Wettbewerb, den schließlich Kolja Schulze-Allen mit dem 98. Schuss für sich entschied.

Zu den ersten Gratulanten gehörte seine Ehefrau Heike Schulze-Allen, mit der nun ein Jahr lang im Schützenverein Osterflierich regiert.

Der 38-Jährige ist ein Vollblutschütze. In den 1980er-Jahren trug er bereits die Kette des Kinderschützenkönigs. Als Jugendlicher trat er in die Avantgarde ein und blieb dem Verein fortan treu. Als Mitglied im Vorstand engagiert sich der Landwirt aus Flierich Jahr für Jahr für das Gelingen des Schützenfestes.

Der schnelle Verlauf des Schießens zeichnete sich bereits früh ab. Keine zehn Schüsse waren auf den Adler abgegeben, als zum ersten Mal ein Raunen durch die Zuschauer im Schatten der Drechener Kirche ging. Dustin Kappelhoff hatte angelegt und mit seinem Schuss legte der Vogel eine 90-Grad-Drehung auf der Schraube hin. Kappelhoff war es auch, der kurze Zeit später den ersten Flügel aus dem Kugelfang schoss. Nun war klar, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt, quasi alles passieren könnte. 

Da auch die Insignien allesamt bereits gefallen war, wurde die Schlange der Schützen merklich kleiner. Mit Marius Betken, Marcel Budde und Kolja Schulze-Allen bleib ein Trio aktiv, anfangs noch unterstützt von Sören Witte.

Von langer Hand geplant war der Königsschuss nicht. „Das hat sich so ergeben“, erklärte Schulze-Allen. „Ich habe halt mitgeschossen. Und daneben schießen kann ich nicht“, fügte er lachend hinzu. 98 Schüsse sind übrigens nicht der Rekord beim Osterfliericher Schützenfest. Zwar konnte das Jahr des kürzesten Schießens gestern nicht ermitteln werden, aber 2005 benötigte die Schützen nur 96 Schüsse. 

Die Kette erhielt damals Wilfried Schulze-Allen, Vater des neuen Königs. Die Schulze-Allens fackeln ganz offensichtlich nicht lange, wenn es um die Königswürde geht. Wilfried Schulze-Allen hatten übrigens auch den Vogel 2019 vor einigen Wochen ersteigert und ihn auf den Namen „Wilfried vom Schattweg“ getauft. Nun schoss der Sohn den Vogel ab.

Abgelöst wurden gestern als Königspaar Dirk Rebber und Claudia Vieler. Den Vorjahreskönig hatte der Schützenzug am Nachmittag einen Besuch zu Hause an der Bänkerheide abgestattet und ihn dann in den Zug aufgenommen. Von dort aus ging es zum Ehrenmal, ehe der Schützenplatz erreicht wurde. 

Am Abend feierten die Osterfliericher nach der Königsproklamation zur Musik von DJ Tobi Dülberg. Heute, Sonntag und Montag wird jeweils bei freiem Eintritt weiter gefeiert.

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