Irritationen um "dumpfen Schlag"

Lkw in Rhynern (doch) nicht von Schuss getroffen

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[Update 14.50 Uhr] Rhynern - Ein Unbekannter könnte nahe der Autobahnraststätte Rhynern-Nord auf einen fahrenden Lkw geschossen haben. Hieß es am Mittwochmorgen. So war es aber zum Glück nicht.

Der 47-jährige Lkw-Fahrer kam aus Sendenhorst und war mit einem Kieslaster samt Anhänger am Dienstag gegen 12.50 Uhr auf der A2 in Richtung Oberhausen unterwegs. Auf Höhe des Rastplatzes Rhynern-Nord habe er ein dumpfes Geräusch gehört, ähnlich eines Schlages. Er fuhr weiter bis zu seinem Zielort, einem Steinbruch in Arnsberg. Dort angekommen, entdeckte er den Schaden am Rahmen seiner Beifahrerscheibe. Die Scheibe selbst war nicht zu Bruch gegangen. Die Beschädigungen können, müssen aber nicht von einem Schuss stammen.

An das Geschehen in Höhe Rhynern hat er keine konkreten Erinnerungen - bis auf den Umstand, dass er während der Fahrt einen lautes Geräusch wahrgenommen hat. Auf welcher Fahrspur er unterwegs war, ob er gerade ein anderes Fahrzeug überholt hat, ist unklar. Die Polizei suchte nach der Anzeigenerstattung den fraglichen Bereich in Rhynern nach einem Projektil ab, fand aber nichts.

Wie sich herausstellte, gibt es dafür einen guten Grund: Weitere Ermittlungen ergaben nämlich, dass nicht auf den Lkw geschossen wurde, meldete die Polizei am Mittwochnachmittag. Die Beschädigung der Beifahrerscheibe wurde durch einen unbekannten Gegenstand verursacht.

Jahrelang Schüsse auf der Autobahn

In den Jahren 2008 bis 2013 hatte ein Lkw-Schütze die Polizei bundesweit in Atem gehalten. Mehr als 750 Mal wurden Lkw beschossen, mindestens einmal auch ein Lkw auf der A2 in Höhe Rhynern. In einigen Fällen wurden die Fahrer getroffen und verletzt.

Im Juni 2013 wurde schließlich ein Verdächtiger festgenommen. Es handelte sich um einen 57-jährigen Lkw-Fahrer aus dem Ruhrgebiet, der aus Frust handelte. Er wurde 2014 wegen vierfachen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Würzburg zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die zur Tatzeit nahe der Raststätte Schüsse gehört oder eine verdächtige Person gesehen haben. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02381/916-0 entgegen. - WA

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