Gastronom trägt blutige Kratzer davon

Schreck in Osttünnen: Jogger von Bussard attackiert

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In diesem Bereich fand die Attacke des Vogels statt.

Hamm - Schreck beim Joggen. Cosimo Azzinnari aus Rhynern machte jetzt unliebsame Bekanntschaft mit einem Mäusebussard. Der Vogel attackierte den Freizeitsportler im Bereich der Von-Thünen-Straße. Blutende Kratzer auf dem Kopf waren die Folge.

Dreimal pro Woche schnürt der Gastronom die Joggingschuhe und macht sich auf den Weg von Rhynern aus in die Felder. 15 bis 17 Kilometer legt er in der Regel zurück, dafür bieten sich die Wirtschaftswege zwischen Rhynern, Osttünnen und Westtünnen an. So auch am Pfingstsonntag. Gegen 10 Uhr machte sich Azzinnari von der Alten Salzstraße aus zu einem Rundkurs über Osttünnen und Westtünnen zurück nach Rhynern.

Auf der Von-Thünen-Straße gleich hinter dem Kreuzungsbereich Kuhstraße/Ulmenstraße bemerkte er plötzlich einen Schlag auf seinen Kopf. „Ich dachte, es wäre etwas vom Baum gefallen oder so“, sagt er. Doch in diesem Augenblick sah er bereits den Greifvogel mit einem Flügelschlag davonschweben. So schnell wie der Bussard gekommen war, war er auch wieder weg. „Der Angriff geschah von hinten und absolut lautlos“, berichtet Azzinnari, der im Vorfeld nichts bemerkt hatte. Kopfhörer mit Musik trägt er nicht. Aber auch so sei nichts zu hören gewesen.

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Wichtig, dass andere Menschen gewarnt werden

Erwischt hatte ihn der Vogel mit den Krallen. Drei, vier Kratzer auf der Kopfhaut hatte er hinterlassen, den Schnabel benutzte das Tier nicht. Der hätte womöglich deutlich schlimmere Verletzungen verursacht. So blieb es bei Kratzern, aus denen das Blut über den Kopf des Joggers lief. Die Wunden hatte er selbst versorgt. Der weitere Heimweg verlief allerdings mit zittrigen Knien.

Am Kopf blieben einige blutige Kratzer zurück.

„Das war schon ein ganz schöner Schock. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.“ Bei seinen nächsten Läufen werde er aufmerksamer sein. Eine Kopfbedeckung sei auch ratsam, „allerdings trage ich das nicht so gerne“, grübelt er noch. „Mir ist in erster Linie wichtig, dass andere Menschen gewarnt werden, in diesem Bereich im Moment etwas vorsichtiger zu sein“, fügt Azzinnari hinzu.

Ein Bussard im Flug.

Attacken von Greifvögeln

Angriffe von Greifvögeln sind längst keine Seltenheit mehr. Immer wieder ereignen sich diese Vorfälle im Mai und Juni, der Brut- und Fütterungsphase. Zur Erinnerung: 2015 und 2016 wurde für einige Wochen der Alleenradweg bei Wambeln gesperrt, als Radfahrer attackiert wurden.

Dabei sind die Vögel nicht wirklich angriffslustig, sie beschützen lediglich ihren Nachwuchs. Normalweise nehmen Bussarde Reißaus, wenn sich Menschen nähern. Da sie aber den Horst mit ihren Jungen nicht alleine lassen, entscheiden sie sich für den Angriff, um die „Eindringlinge“ zu vertreiben. Meist ist der Schreck über den unerwarteten Angriff größer als die Verletzung.

Es wird geraten, an entsprechenden Stellen eine kurze Pause einzulegen, statt zu jogen, da offenbar die Geschwindigkeit der Fortbewegung eine Rolle spielt. Vögel greifen immer die höchste Stelle an - beim Menschen also den Kopf - daher hilft eine Mütze. Dass sich diese Begegnungen von Mensch und Greifvogel häufen, ist für Jürgen Hundorf, Hobby-Ornithologe des Nabu Hamm, keine Überraschung. Der Mäusebussard sei sehr anpassungsfähig, solange er ausreichend Nahrung findet. Ein Horst direkt an der viel befahrenden Von-Thünen-Straße sei daher möglich.

Aber Hundorf kann sich auch vorstellen, dass das Nest weiter entfernt ist und das flügge Jungtier bei einem ersten Ausflug versteckt im Gebüsch hockte und dabei vom Elternteil beschützt wurde.

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