Riesenwindräder geplant: BI bläst wieder zum Gegenangriff

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Der Bau von Windräder entlang der A2 bei Freiske wird in den kommenden Monaten wieder zu einem Streitthema.

Rhynern/Freiske – Dreieinhalb Jahre lang war es weitgehend (wind-)still um die Flächen nahe der Autobahn 2 in Rhynern, Freiske und Weetfeld. Im Zuge der angestrebten Energiewende macht sich die Stadt Hamm nun wieder auf die Suche nach geeigneten Standorten für Windräder. Da wird auch die Zone an der A2 wieder eine bedeutende Rolle spielen. Das ruft wieder die Bürgerinitiative (BI) „Windpark-A2“ wieder auf den Plan.

Sie nimmt erneut den Kampf gegen den Bau von Riesenwindrädern vor der Haustür auf. Ralf Bußmann und Maximilian Kwiatkowski informierten jüngst alle BI-Mitglieder, dass die organisierten Windrad-Gegner wieder aktiv werden. „Sie hatte ohnehin nur geruht“, erklärt Bußmann. „Wie damals bereits angekündigt, können wir auf Knopfdruck unsere Arbeit wieder aufnehmen. Dieser Knopf ist nun gedrückt“, so Bußmann. 

Die Argumente gegen die 195 Meter hoch geplanten Räder hätten sich im Laufen der dreieinhalb Jahre nicht geändert. „Die Räder sind noch einmal höher geplant als einst, dafür werden es wohl nur vier statt sechs“, sagt Bußmann. Ansonsten bleibe alles wie gehabt. Die gesundheitsschädlichen Aspekte wie zum Beispiel durch Schlagschatten und Lärm seien weiterhin gravierend. „Außerdem werden die Windräder das Landschaftsbild unserer Region deutlich verschandeln“, findet der BI-Sprecher.

Er und seine Mitstreiter verzichten allerdings weitgehend auf öffentliche Auftritte und gar Kundgebungen. Die Meinung seiner BI sei ja allen hinlänglich bekannt. Vielmehr werden sich die Windrad-Gegner juristischen Rat einholen, wie sie nun weiter vorgehen sollen und womöglich den Bau der Räder verhindern können. Dazu nimmt die BI wieder Kontakt zur Rechtsanwältin auf, die bereits den ersten „Kampf gegen die Räder“ begleitete. Das Geschäftskonto der BI wird wieder aktiviert, um die anstehenden Kosten decken zu können. 

Der Rat der Stadt Hamm hatte im März 2016 die Planung zur Ausweisung von Windkonzentrationszonen an der A2 eingestellt, obwohl zwei Projektierer-Unternehmen parallel die Planung von sechs Windrädern bereits weit vorangetrieben hatten. Eines der beiden Unternehmen, die SL Naturenergie (SLN) klagte daraufhin und bekam im Juni 2019 vor dem Verwaltungsgericht Recht. Daraufhin stellten die SLN und auch der andere Projektierer, BB Wind, ihre Bauanträge. Hinzu kommt, dass angesichts der aktuellen Klimaschutzdebatte die Stadt Hamm beauftragt ist, die Abgrenzung von Windkonzentrationszonen erneut zu überprüfen. Entsprechend soll mit dem Ratsbeschluss vom 10. Dezember die Flächennutzungsplanung zur Nutzung von Windenergie wieder aufgenommen werden. Es wird im Laufe dieses Verfahren eine Bürgerversammlung geben. Beide Projektierer planen mit je zwei Anlagen, insgesamt vier Enercon E-138 mit 3,5 Megawatt Leistung und 195 Metern Höhe. Die Standorte sind ähnlich der Planung aus 2014.

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