Vor allem nachts wird auf die Tube gedrückt

69 Prozent sind zu schnell: Blitzer auf B63 soll Raser bremsen

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Symbolbild einer Blitzsäule, wie sie in Hilbeck aufgestellt werden soll.

Hilbeck - „Blitzgescheit“ können sie kaum sein, die Raser auf der B63 in Hilbeck. Aber ein „Blitzbescheid“, der ihnen bald ins Haus flattert, soll den permanenten Verkehrsverstößen inmitten der Hilbecker Ortsdurchfahrt Einhalt gebieten.

Die Stadt Werl will dazu die feste Installation eines Blitzgeräts an der B63 zwischen Werl und Rhynern beim Kreis Soest beantragen. Das teilte Stadtplaner Ludger Pöpsel im Planungsausschuss mit. Man habe die Problematik, die auch für zusätzlichen Lärm in Hilbeck sorgt, oft diskutiert. Allerdings wollte die Stadt nicht aus einem Bauchgefühl heraus agieren.

Vielmehr hat sie jetzt drei Wochen lang eine Dauermessung mit einem Zählgerät an der Bundesstraße vorgenommen. Das Ergebnis: 69 Prozent aller Fahrer sind in der Ortsdurchfahrt zu schnell unterwegs (im Durchschnitt 19.146 am Tag). Allerdings bewegen sich die meisten Verstöße im tolerierten Bereich; die meisten Fahrer überschreiten das zulässige Tempo von 50 km/h nur knapp:

  • 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer fahren in Richtung Werl 57 km/h oder langsamer. 
  • 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer fahren in Richtung Hamm 60 km/h oder langsamer.

Tödlicher Unfall auf der B63 bei Hilbeck

Aber, und auch das zeigt die Dauermessung: Vorwiegend nachts wird auch mal auf die Tube gedrückt. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 137 Kilometern in der Stunde wurden gemessen. Hinzu kommt: Tagsüber kann oft gar nicht zu schnell gefahren werden, weil die B63 dafür zu voll ist.

Blitzsäule zwischen Rhynern und Bönen ist Goldgrube

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Alles in allem sieht die Verwaltung anhand der Messungen Handlungsbedarf – und dabei soll eine Blitzsäule, die in beide Richtungen zielt, helfen. Wo sie stehen könnte, ist noch unklar.

Abbau des Starenkastens Trugschluss?

2010 wurde der Starenkasten in Hilbeck abgebaut. Viele Autofahrer kennen ihn noch.

Bis 2010 hatte es einen „Starenkasten“ vor der Lindenschänke in Hilbeck gegeben; der aber war nach dem Rückbau der Ortsdurchfahrt abgebaut worden, weil die Planer von Straßen NRW die engere Straßenführung für ausreichend hielten. Offenbar ein Trugschluss.

Ludger Pöpsel betonte im Ausschuss: Man wolle sich nicht vorwerfen lassen, nichts für die Menschen in Hilbeck tun zu wollen. Genau das hatte Ortsvorsteher Karl-Wilhelm Westervoß (CDU) zuvor getan. Die Stadt Werl lasse die Hilbecker bei Forderungen wie Nachtfahrverbote für Lastwagen im Regen stehen, zürnte Westervoß. „Wir erwarten aktive Hilfe.“

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