Dr. Niehaus erteilt Gerüchten Absage

Wachwechsel bei bekannter Hammer Kinderarztpraxis

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Rollentausch: Michaela Gunnemann (links) übernimmt die Praxis von Dr. Gabriele Niehaus, die aber weiterhin als angestellte Ärztin in der Praxis weiterarbeiten wird.

Hamm – Im Stadtbezirk Rhynern wird es auf längere Sicht mindestens eine Kinderarzt-Praxis geben. Dr. Gabriele Niehaus stellte jetzt die Weichen für die Zukunft ihrer Praxis in Westtünnen.

Gute Nachricht im Stadtbezirk Rhynern für alle Eltern und die, die es noch werden wollen. Die Kinderarztpraxis an der Dambergstraße in Westtünnen hat die Weichen für die Zukunft gestellt und wird die wohnortnahe medizinische Versorgung des Nachwuchses auf längere Sicht weiter gewährleisten. Dr. Gabriele Niehaus hat ihre Praxis an ihre bisherige Angestellte, Michaela Gunnemann, übertragen. Die 42-Jährige ist bereits seit 2015 dort tätig und wird nun die „Chefrolle“ übernehmen.

Auf Gabriele Niehaus müssen die Patienten deswegen aber nicht verzichten. Sie wird weiterhin in der Praxis als angestellte Ärztin arbeiten. Ohne die betriebswirtschaftlichen Aufgaben habe sie in Zukunft sogar mehr Zeit für die Sprechstunden, in denen sie großen Wert auf ihr Steckenpferd, die Homöopathie, legt. Den Gerüchten im Ort, die 64-Jährige würde als Ärztin aufhören, erteilt sie damit eine deutliche Absage. Sie mache weiter und habe noch Spaß an ihrer Tätigkeit.

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Die Versorgung an diesem Standort bleibt unverändert, was nach dem Umzug von Dr. Jeßberger von Westtünnen nach Ostwennemar durchaus eine bedeutende Rolle im Stadtbezirk Rhynern spielt. „Wir können damit die Praxisgröße mit der Menge an Patienten so fortführen“, erklärt Niehaus. Sie wird – für den Patienten eigentlich kaum merkbar – etwas in den Hintergrund treten.

Und mit der Übergabe in jüngere Hände hat sie ein großes Ziel ihrer beruflichen Tätigkeit erreicht. „Ich wollte immer, dass diese Praxis weitergeführt wird.“

Start 1990 im Hammer Süden

Den Kinderarztsitz in Hamm übernahm Niehaus 1990 in Hamm am Schillerplatz, ehe sie im Dezember 2008 nach Westtünnen zog. Dort hatte sie die Immobilie an der Dambergstraße mit der Apotheke im Erdgeschoss erworben.

Die Entscheidung pro Westtünnen habe sie sich nicht leicht gemacht, erzählt sie heute. „Ich war gerne im Hammer Süden“, so Niehaus. Aber die Gelegenheit mit der Immobilie in Westtünnen sei sehr interessant gewesen. Letztlich habe auch die deutlich bessere Parkplatzsituation in Westtünnen eine Rolle gespielt.

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Denn eins sei ihr immer klar gewesen: Die Patienten kommen zum größten Teil ohnehin mit dem Auto. Der Außenbereich Westtünnen sei dabei kein negativer Faktor. „Die Patienten sind auch so gekommen. Zu uns kommen sie aus ganz Hamm sowie aus Welver und Bönen“, so Niehaus über das recht große Einzugsgebiet.

Zukunft der Praxis gesichert

Sehr bewusst habe sie die Praxis immer sehr groß gehalten, auch das war räumlich in Westtünnen möglich. So traf sie schließlich auch den Entschluss, das Praxisteam um eine Ärztin zu erweitern, was schließlich auch die Zukunft der Praxis gesichert hat.

Ganz nebenbei sei die Zusammenarbeit mit einer Kollegin oft sehr vorteilhaft. „Wir können in gewissen Fällen auch mal eine zweite Meinung einholen.“

Lachen mehr als andere Kollegen

Die Arbeit mache ihr in jedem Fall weiterhin soviel Spaß, dass sie noch nicht ans Aufhören denkt.

Hier zeige sich auch, dass sie einst den richtigen Weg in der medizinischen Ausrichtung gewählt habe. „Kinderarzt zu sein, ist etwas Tolles. In den meisten Fällen begleiten wir Menschen in ihr Leben. Natürlich gibt es auch Schicksale, die einen sehr treffen. Aber das ist Gott sei dank ja doch sehr selten. Insgesamt lachen wir, so glaube ich, mehr als andere Kollege, die schwierige Krankheitsfälle haben.“

Probleme durch Tablet, Handys und Co.

Verändert habe sich natürlich auch viel. Die Bezeichnung „Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin“ kommt immer mehr zum Tragen, das heißt die Jugendlichen kommen solange, bis sie aus der Schule ins Berufsleben einsteigen. In der Sprechstunde bekomme sie es zudem mit mehr psychischen Probleme zu tun, stellte sie fest.

Eine Rolle spiele ihrer Meinung nach auch der Einfluss neuer Medien. Die Zahl an hyperaktiven Kindern sei gestiegen, ein Grund dürften Tablet, Handys und Co. sein.

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