Nach Bussard-Attacke: Teurer Radweg bleibt gesperrt

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Wambeln - Bei Radtouren durch die Felder rund um Rhynern müssen Ausflügler weiterhin einen Bogen um einen noch jungen und für viel Geld erstellten Radweg machen.

Der Alleenradweg bleibt wegen der Greifvogelattacke von Ende Mai noch für zwei bis drei Wochen gesperrt. „Wir werden uns Ende Juli die Situation aus der Entfernung ansehen und dann vermutlich den Weg wieder öffnen“, erklärt Stadtsprecher Tom Herberg auf WA-Nachfrage. Dann sei damit zu rechnen, dass die Jungvögel das Nest verlassen haben und die Schutzinstinkte der Elterntiere wieder nachlassen. Ende Mai hatte ein Bussard einen Radfahrer aus Wambeln, der sich auf dem Radweg dem Nest näherte, von hinten attackiert und die Kappe vom Kopf gerissen.

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Insgesamt wurden rund zwei Millionen Euro in das interkommunale Projekt „Allenradweg“ gesteckt. Seit zwei Jahren können Radfahrer von Unna bis Scheidingen entlang der alten Bahntrasse fahren, und das, bis auf wenige Ausnahmen, ohne dass ihnen ein Auto begegnet. 8,7 Kilometer ist der Radweg lang, 6,7 davon liegen auf Hammer Stadtgebiet. Nun ist das Teilstück des Radwegs in Wambeln nur 900 Meter lang, dennoch wird das Radtour-Vergnügen im Grünen mitten auf dem Weg unterbrochen. Die Radfahrer werden umgeleitet, sie nutzen den parallel Wirtschaftsweg „Landwehr“ und kommen damit übrigens nach Aussagen der Anwohner gut klar, wie diese aus Gesprächen mit den Radfahrern erfuhren.

Bussard-Angriff auch in Bönen

Sind hier nun Steuergelder in den Sand gesetzt worden, wenn denn der Radweg zur besten Jahreszeit nicht genutzt werden kann? Immerhin musste der Weg bereits im Vorjahr für einige Wochen gesperrt werden. Die Stadt gibt zu, dass die Situation nicht zufriedenstellend ist, aber zur aktuellen Handhabung gebe es keine Alternative. „Wir können das Nest nicht umsiedeln. Die Tiere stehen unter Schutz“, erklärt Herberg. Und den Weg nach einer Attacke geöffnet zu lassen, „das geht auch nicht.“

So wird die Stadt auch im kommenden Jahr „aller Voraussicht nach so verfahren wie jetzt“, erklärt Herberg. „Wir werden es im Frühjahr 2017 wieder beobachten und gegebenenfalls wieder so reagieren müssen wie in diesem Jahr.“ Es könne aber auch sein, dass im kommenden Jahr kein Greifvogel-Pärchen dort brütet, oder die Elterntiere ihr Nest nicht so aggressiv verteidigen, wie die diesjährigen Horst-Bewohner.

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