„Freu mich auf die Kinder“: Michael Broeske neuer Rektor an Bonhoeffer-Schule

Der Neue: Michael Broeske ist neuer Rektor der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Westtünnen.
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Der Neue: Michael Broeske ist neuer Rektor der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Westtünnen.

„Es war, als wäre ich nie weg gewesen.“ So beschreibt Michael Broeske seine ersten Besuche und Kontakte an den vergangenen Tagen im Gebäude der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Westtünnen.

Westtünnen – Vor drei Jahren war er von dort zur Stephanus-Schule in Heessen gewechselt. Nun kehrt er zurück: als neuer Rektor und Nachfolger von Heike Göhr, die in der vergangenen Woche in den Ruhestand gegangen ist. Das Kollegium habe ihn herzlich aufgenommen. Die schrittweise Übergabe der Schulleitungsaufgaben durch die ehemalige Vorgesetzte sei zudem sehr vertrauensvoll gewesen.

Nun hoffe er, dass sich auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ähnlich fortsetzen wird wie zu seiner Zeit zwischen 2013 und 2017, „auch wenn ich die meisten Schüler von jetzt nicht mehr unterrichtet habe.“ Und genau das Kennenlernen der Schüler könne er kaum noch abwarten. „Ich freue mich auf den Schulstart in der kommenden Woche und auf die Kinder.“

Ein Mann in einer Frauenwelt

Denn das Zusammenarbeiten mit Menschen, vor allem mit Kindern sei einst der Hauptbeweggrund für ihn gewesen, Grundschullehrer zu werden. Natürlich habe er sich im Studium in einer Überzahl von Frauen wiedergefunden, und es habe auch schon mal einen Spruch gegeben, warum der denn als Mann in die Grundschule gehen wolle. Aber das habe ihn nie von seinem Weg abgebracht.

Und noch heute sagt er: „Ich bin sehr gerne Lehrer.“ Und das am liebsten in einem überschaubaren System. „Ich möchte die Schüler und Lehrer mit Namen kennen, mit ihnen ins Gespräch kommen. Das geht an größeren Schulen nicht so gut, finde ich“, erklärt er seine Entscheidung für die Grundschule.

Als Team zusammen arbeiten

Und da ihn auch die organisatorische Arbeit einer Schulleitung interessierte, habe er nun diesen Weg eingeschlagen. Schon in Bockum-Hövel war er in die Steuergruppe eingebunden, indem er den Vertretungsplan erstellte. In Westtünnen bildete er sich fort, um die Konrektorstelle zu erhalten. Nun habe er in drei Jahren an der Stephanusschule das Handwerk des Schulleiters gelernt.

Mit diesen Erfahrungen und vor allem im Teamwork mit der Konrektorin Patricia Rumprich-Veltmann, seinem Kollegium und der Elternschaft möchte er die Westtünner Grundschule nun in den kommenden Jahren leiten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich noch einmal die Schule wechseln möchte“, sagt der 52-Jährige. Dabei will er auch gar nicht allzu viel umkrempeln. „Sehr vieles läuft hier doch richtig gut. Vieles stößt auf Gegenliebe bei den Beteiligten. Da gibt es keinen Grund, dies zu ändern“, findet er. Als Beispiele nennt er die Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Förderverein.

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Pläne für die Zukunft

Auch an den Aktionen wie dem Gesunden Frühstück, den Forschertagen und dem sozialen Engagement wolle er unbedingt festhalten. Die Kulturevents, wie das Opern- und Theaterprojekt sollen fortgeführt werden. Ganz besonders liegt ihm das Zirkusprojekt 2021 am Herzen. Hierzu werde es noch in diesem Jahr die ersten Sponsoren-Aktivitäten geben, um das beliebte Projekt mit dem Zirkus Tausendtraum aus Soest finanzieren zu können.

Aber auch neue Aktivitäten hat er im Hinterkopf. So habe die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden muss. „Das muss ein fester Bestandteil des Unterrichts werden, ohne das analoge Lernen mit Büchern zu vernachlässigen“, findet der neue Rektor. Und Abstand vom Bildschirm und von der Tafel sollen die Grundschüler in einer Art „grünem Klassenzimmer“ finden können.

Auf Schüler eingehe und Kontakte knüpfen

Es gebe noch ungenutzte Grünfläche hinter der Schule, wo sich die Einrichtung eines Bereiches mit einfachen Sitzmöglichkeiten unter freiem Himmel realisieren ließe. Das wäre sicherlich auch im Sinne der Kinder, ist er sich sicher. Ohnehin möchte er noch mehr Wert auf Ideen von Schülern legen. Daher strebe er an, das Mitspracherecht in Form eines Schülerparlaments weiter zu forcieren. Abseits des Schulgeländes möchte Broeske den Kontakt zu den Kooperationspartnern vertiefen.

Ob Schulen, Kindergärten, Vereine, Kirchen oder die Quartiersentwicklung. Überall sieht er Potenzial für mehr Zusammenarbeit – sobald Corona dies alles wieder zulasse. Dies sei ohnehin noch eine weitere Baustelle. Seinen „Corona-Ordner“ aus Heessen hat er sich bereits ins neue Büro gestellt. „Hier gibt es derzeit soviel zu beachten. Das fängt ja schon bei der Einschulung an, die wir nicht in diesem festlichen Rahmen gestalten dürfen, wie wir es gewöhnt sind“, so Broeske. „Aber ich bin optimistisch. Wir werden das gemeinsam meistern.“

Zur Person

Michael Broeske ist 52 Jahre alt, er wurde in West-Berlin geboren und zog nach der Grundschulzeit nach Hamm, wo er fortan am Galilei-Gymnasium sein Abitur baute. Anschließend startete er sein Studium für die Sekundarstufe 2, gelangte aber nach einem zwischenzeitlichen Praktikum zu der Erkenntnis, dass die Grundschule besser zu ihm passe. Er wechselte den Studiengang und sagt heute: „Das war die goldrichtige Entscheidung.“

In Hamm arbeitete er 16 Jahre lang an der Freiligrathschule in Bockum-Hövel, anschließend wechselte er bereits einmal nach Westtünnen, übernahm dort auch die Position des Konrektors. Da an der Stephanusschule eine personelle Notsituation entstand, sprang er dort als Rektor ein, ehe es ihn nun wieder zurück nach Westtünnen verschlug. Mit seiner Frau und seinem 16-jährigen Sohn wohnt er in Braam-Ostwennemar und freut sich nun auf den relativ kurzen Weg zur Arbeit, womöglich nutzt er dafür das ein oder andere Mal das Mountainbike, das er in seiner Freizeit gerne fährt.

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