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Am lautesten ist es in der Nähe der Bahn

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Von: Jörg Beuning

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An der Werler Straße in Berge sind die Anwohner besonders stark von Verkehrslärm betroffen. © Reiner Mroß

Rhynern - Im Stadtbezirk Rhynern ist es laut, aber in den meisten Fällen nicht zu laut. Für das Land NRW sind nun neue Lärmkarten erstellt worden.

In unmittelbarer Nähe der großen Verkehrswege ist es im Stadtbezirk Rhynern zu laut. Das geht aus der dritten Stufe des Lärmaktionsplans hervor. Die Lärmkarten sind jetzt im Internet veröffentlicht worden. Handlungsbedarf gibt es demnach weiterhin nahe der Eisenbahnstrecke Hamm-Dortmund sowie für die Wohnhäuser an der Werler Straße in Berge. In Rhynern selbst ist es nach diesen Berechnungen, abgesehen von wenigen Häusern, nicht zu laut. 

Die große NRW-Lärmkarte ist so ausgelegt, dass für jedes Haus, jede Adresse in Stadt und Land ein konkreter Wert ermittelt worden ist – für den Straßen- und Bahnlärm auf den gesamten Tag verteilt und noch einmal gezielt für die Nachtstunden, auf die es besonders ankommt. Die Ergebnisse für den Straßenverkehr im Stadtbezirk Rhynern sind nicht neu. Die viel befahrenen Straßen, B63 und Autobahn 2, waren bereits in der Stufe 2 des Aktionsplanes unter die Lupe genommen worden. Verändert hat sich nichts. 

In Rhynern gibt es vereinzelt Häuser an den Straßen An der Windmühle und Auf dem Schott. Diese fallen in den Bereich der Schwellenwerte von 65 Dezibel tagsüber und 55 Dezibel nachts. An der Werler Straße in Berge gibt es Wohnhäuser, deren Bewohner tagsüber über 70 Dezibel ausgesetzt sind. 

Noch gravierender sind die Lärmbelastungen an der Eisenbahnstrecke. Dort gibt es Anwohner in allen Ortsteilen von Berge und Westtünnen bis nach Osttünnen und Süddinker, die tagsüber Werte von über 75 Dezibel ertragen müssen. Auch nachts wird es nur geringfügig leiser. Die Lärmkarte weist hier Werte von über 70 Dezibel aus. 

Auch die Werte entlang der Schiene sind keine Überraschung. Daher hatte die Grünen-Bezirksfraktion im vergangenen Jahr an die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bundesbahn erinnert. Zumindest um die Planungen für Lärmschutz sei es ruhig geworden – für die Anwohner dagegen nicht, für sie sei es weiterhin laut. Die Stadtverwaltung hat daraufhin bei der Bahn einen Stand der Dinge eingeholt. Laut Auskunft der Bahn seien die für 2017 angekündigten Schritte zur Vorbereitung der Lärmsanierung an den Hammer Bahnstrecken plangemäß durchgeführt worden. So wurde das schalltechnische Gutachten für den Bereich Hamm beauftragt. Die Ergebnisse werden in Kürze erwartet. Derzeit finden Streckenbegehungen statt, um die grundsätzliche technische Machbarkeit der einzelnen Baumaßnahmen vor Ort zu prüfen. Nachfolgend werden die geplanten Maßnahmen mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt. Im Frühjahr 2018, also schon bald, soll die Planung vorliegen. Auf dieser Grundlage wird die Bahn die Abstimmung mit der Stadt Hamm vornehmen. 

Parallel dazu läuft die zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamtes. Nachdem in der ersten Phase die jeweils persönliche Lärmsituation geschildert und in einer Karte verortet werden konnte, bietet das Amt in der aktuellen zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung nun die Möglichkeit, das Verfahren bis zum 7. März selbst zu bewerten. Dies kann am einfachsten im Internet unter www.laermaktionsplanung-schiene.de geschehen. Alternativ können Beteiligungen per Post ans Eisenbahn-Bundesamt, Lärmaktionsplanung, Heinemannstraße 6, 53175 Bonn, geschickt werden. Der Fragebogen kann postalisch über obenstehende Adresse angefordert werden.

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