Das Coronavirus verschiebt Kommunion und Konfirmation – das sind die Folgen

+
Die Erstkommunion ist ein besonderer Tag für junge Katholiken. Nun ist sie auch in Hamm wegen des Coronavirus aufgeschoben.

Erstkommunion und Konfirmation stellen die wichtigsten Schritte des Hineinwachsens in das kirchliche Leben dar. Entsprechend groß werden die Ereignisse in den Gemeinden und vor allem in den Familien gefeiert. Diese aufwendigen Vorbereitungen sind nun zunächst für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.

Hamm – Aber sie sollen in jedem Fall nachgeholt werden, wenn es die Situation wieder ermöglicht. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker richtet sich per Videobotschaft tröstend an die Kinder: „Ich wünsche mir von Herzen, dass ihr dieses Fest in Freude und Hoffnung, wenn auch verschoben, herzlich feiern könnt.“

Doch vieles war zunächst auf diesen einen Tag im April oder Mai (die Termine variieren in den einzelnen Gemeinden) ausgelegt und vorbereitet. „Wir hatten uns frühzeitig darum bemüht, dass wir einen Tisch in unserer bevorzugten Gaststätte reservieren konnten“, erzählt Timo Becker aus Rhynern. Dessen Tochter Nika sollte am 19. April in der St.-Regina-Kirche in Rhynern zur Erstkommunion gehen. 

Erstkommunion wegen Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben

Bei der älteren Tochter sei er vor ein paar Jahren mit der Vorbestellung noch zu spät dran gewesen, erinnert er sich. Nun musste die Familie – die Feier hätte mit den engsten Verwandten und Paten stattgefunden – den Termin absagen, „wobei die Gaststätte ja ohnehin nicht geöffnet hätte“, fügt er hinzu. Neu bestellen könne er noch nicht. Denn die Gemeinde sucht derzeit noch nach einem Ersatztermin. Das gilt auch für die anderen Gemeinden in Hamm. „Aktuell ist es noch zu früh. Wir wissen ja gar nicht, wie es weitergeht“, so Hildegard Goclik, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Hamm-Mitte-Westen. „Da haben unsere Familien aber ein Einsehen.“

Die Vorbereitung auf den Empfang des Sakraments sei bis dahin richtig schön verlaufen, berichtet Mutter Christina Becker. In kleineren Gruppen seien Kinder und Eltern vorbereitet worden. Besonders spannend für Nika sei ihre erste Beichte gewesen, berichtet die Mutter. Ohne Beichte ist die Erstkommunion nicht möglich. Die hatte bereits stattgefunden, danach hätte es eigentlich noch einen weiteren Termin zum Üben gegeben, ehe der große Tag gekommen wäre. „Das Verschieben der großen Feier war ja zuletzt absehbar, daher hat es uns letztlich nicht mehr vom Hocker gehauen“, sagt Timo Becker. Die Tochter findet es zwar schade und auch etwas traurig, aber die ganz große Vorfreude sei zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht da gewesen.

Sorge, dass Kleider nicht mehr passen

„Schön wäre es, wenn der Anzug im Herbst noch passen würde“, wünscht sich Simone Janik aus Rhynern. Ihr Sohn Luis wäre am 19. April ebenfalls zur Kommunion gegangen. Die Feierlichkeiten würden sich verschieben lassen, aber die Sache mit dem Anzug wäre dann doch ärgerlich. „Unsere Tochter ist bislang nicht sehr schnell gewachsen. Wir hoffen mal, dass sie auch im nächsten halben Jahr keinen großen Schub bekommt“, erkennen auch die Beckers das Problem mit dem Kleid. „Wir haben jetzt nicht das teuerste gekauft, aber für 50 Euro bekommt man es auch nicht“, so Christina Becker.

Das Problem der Größe von Anzug und Kleid könnte bei den Konfirmanden in der Evangelischen Kirche noch etwas größere Ausmaße bekommen. Denn dieses Fest feiern die Jugendlichen ab 14 Jahre, ein Alter, in dem das Wachstum noch schnellere und größere Ausmaße haben kann. „Das war tatsächlich auch die einzige kleine Sorge, die ich mitbekommen habe“, berichtet Klaus-Martin Pothmann, Pfarrer in der Mark. Vielleicht lasse sich ja bei Problemen eine Umtauschmöglichkeit für die Familien finden, hofft der Pfarrer. 

Coronavirus macht auch Konfirmanden Strich durch die Rechnung

Ansonsten seien alle Familien sehr verständnisvoll gewesen. Denn auch in den Evangelischen Kirchengemeinden in Hamm sind die meisten Konfirmationsfeiern zunächst abgesagt. Auch wenn ein Ende des Corona-Ausnahmezustands noch nicht abzusehen ist, suchen die Gemeindeleitungen derzeit nach möglichen Ersatzterminen, die zum Teil auch bereits kommuniziert werden. Das tröstet auch die vielen Jugendlichen, die sich auf dieses Fest freuen. „Aber es ist bislang ja nicht abgesagt, sondern nur verschoben“, so Pothmann.

Auch die Firmvorbereitung in den katholischen Gemeinden ist derzeit unterbrochen. Die angesetzten Termine, zumeist im Oktober und November, haben aber derzeit noch Bestand. Wie auch bei den Kommunionen und Konfirmationen werden die Pfarr- und Gemeindebüros in engem Kontakt zu den Familien bleiben und die neuen Termine frühzeitig kommunizieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare