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Keller und Höfe überflutet: Hochwasser-Lage in Süddinker bleibt bedrohlich

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Von: Jörg Beuning

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In Sekundenschnelle stieg das Wasser und lief von den öffentlichen Straßen Süddinkers  in Keller und auf Höfe.
In Sekundenschnelle stieg das Wasser und lief von den öffentlichen Straßen Süddinkers in Keller und auf Höfe. © Friedhelm Jasper

Die Bürger in Süddinker leben spätestens seit dem Unwetter am Freitag, 20. Mai, wieder stetiger Angst vor Hochwasser. Die Rufe nach Schutzmaßnahmen werden wieder lauter.

Süddinker – Rund 20 Minuten Starkregen am Freitag, 20. Mai, reichten aus, um alle Horrorszenarien aus dem Katastrophenjahr 2014 in Süddinker wieder aufleben zu lassen. Innerhalb kürzester Zeit stieg das Wasser in den Gräben und Bächen des Ortes bedrohlich an. Im Südwesten des Ortes reichten die Kapazitäten der Gewässerbetten nicht aus. Das Wasser suchte sich den Weg auf die Straße, in Höfe und Keller. Der Fuhrbach in der Ortsmitte blieb so gerade unter der Uferkante. „Hätte der Regen zehn Minuten länger gedauert, hätten wir das gleiche erlebt wie 2014“, ist sich Friedhelm Jasper, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Süddinker sicher.

Ein Pferdehof in Süddinker war am Freitag, 20. Mai überflutet.
Ein Pferdehof in Süddinker war am Freitag, 20. Mai überflutet. © Friedhelm Jasper

Damals hatten Starkregenereignisse zweimal den Fuhrbach über die Ufer treten lassen. Immense Schäden an den Wohnhäusern waren die Folge. Seitdem laufen zwar von Stadtseite aus die Planungen für umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen. Doch bislang konnten die Maßnahmen nicht umgesetzt werden, sie scheitern an den Verhandlungen der Stadt mit den Grundeigentümern. Denn ohne Grunderwerb können die notwendigen Bypässe, also Hilfsgräben für die vorhandenen Gewässer, nicht gebaut werden.

Pferdehof säuft ab

Das mulmige Gefühl bei entsprechenden Wettervorhersagen haben die Bürger Süddinkers spätestens seit 2014 immer. Seit vergangenen Freitag herrscht sogar wieder Angst. Das Wasser stand in einigen Kellern, kam die Leitungen hoch. Besonders betroffen war der Pferdehof an der Straße „In Süddinker“, nahe der Einmündung „In der Huffel“. Hier hatte die Feuerwehr den größten Einsatz. Der Hof musste leergepumpt werden, das Wasser war in alle Stallungen sowie ins Wohngebäude gelaufen und richtete einen erheblichen Schaden an, wie Jasper beschrieb. Gleichzeitig blickt er voller Sorgen in die nähere Zukunft. Der Sommer stehe noch aus, weitere Unwetter dieser Art seien zu befürchten, sagt Jasper, der damit für die Süddinkeraner Bürger spricht.

Das Wasser im Fuhrbach in der Ortsmitte war bedrohlich gestiegen.
Das Wasser im Fuhrbach in der Ortsmitte war bedrohlich gestiegen. © Plattfaut

Probleme beim Grunderwerb

Denn die wünschen sich nichts sehnlicher als eine schnelle Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen. Und ihrer Meinung nach hätte der diesmal betroffene südwestliche Teil längst besser geschützt sein können. Denn für diesen Bereich sei geplant, das überschüssige Wasser im Starkregenfall durch einen zusätzlichen Graben in Richtung Nordwesten umzuleiten. Hierfür seien nach Informationen der betroffenen Anwohner bereits alle erforderlichen Grunderwerbe erfolgt. Doch die Umsetzung nur von Teilen der Gesamtmaßnahme hatte die Stadt Hamm noch im Vorjahr ausgeschlossen. Es werde erst dann begonnen, wenn alles unter Dach und Fach sei, es helfe also nichts, wenn bereits ein Teil der Grundstücke erworben sei, hieß es damals aus dem Rathaus. Es geht um die Bewilligung der Fördergelder vom Land. Eine erneut der Anfrage der WA-Redaktion bei der Stadt Hamm, ob nach den jüngsten Hochwasserereignissen das Vorziehen einzelner Maßnahmen nicht doch irgendwie möglich wäre, werde zum Ende der Woche beantwortet, hieß es.

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