Der Bezirksdienst der Polizei in Rhynern ist wieder komplett: Ein Saarländer wird Dorf-Sheriff

Weniger Datenmanagement, mehr Bürgernähe – das verspricht sich Joachim Hoen von seinem neuen Job als Bezirksbeamter in Rhynern.
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Weniger Datenmanagement, mehr Bürgernähe – das verspricht sich Joachim Hoen von seinem neuen Job als Bezirksbeamter in Rhynern.

Mit Joachim Hoen hat ein neuer „Dorf-Sheriff“ mit 35-jähriger Berufserfahrung den Platz neben Mario Reck eingenommen. Hoen ist Nachfolger von Walter Mentrop, der in der zweiten Jahreshälfte 2019 in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Rhynern – Für den 56-jährigen Hölzkener ist die neue Stelle eine zuletzt herbeigesehnte Rückkehr in die „echte Polizeiarbeit“. Zuletzt war er seit 2011 im Datenmanagement der Polizei tätig. Das bedeutete viel Büroarbeit am PC, wo er unter anderem Statistiken und Lagebilder zum Beispiel über Wohnungseinbrüche erstellte.

„Ich bin froh, dass ich wieder auf der Straße sein kann“, gibt er zu und setzt sich dabei ein großes Ziel: Bürgernähe. „Ich hoffe, dass nach Corona die Zeit da ist, um auch einmal als Fußstreife durch die Orte zu gehen. Denn ich möchte sehr gerne mit den Bürgern ins Gespräch kommen“, so Hoen. „Ich wünsche mir, dass mich auch viele Bürger ansprechen werden.“

Schwieriger Start für den neuen Dorf-Sheriff 

Seinen Schreibtisch im Bürgeramt an der Unnaer Straße hat er eigentlich bereits am 15.März bezogen. Doch dann kam Corona, wodurch die Beamten immer wieder auch in anderen Bereichen eingesetzt wurden. „Zudem helfen wir im Bezirksdienst von Pelkum derzeit aus. Daher können wir noch nicht die regelmäßige Präsenz in Rhynern sicherstellen.“ Das bessere sich aber gerade, verspricht Hoen.

Und so lebt sich der gebürtige Saarländer gerade immer besser in Rhynern ein. Groß kennenzulernen brauchte er den Bezirk nicht. Immerhin lebt er seit 1995 in Lohauserholz, wo er einst mit seiner Frau und der damals zweijährigen Tochter ein Haus baute und heimisch wurde. Den Schützenverein im Hölzken hat er schnell liebgewonnen, dort engagiert er sich auch. Neben etlichen Aufritten im Hofstaat ist er seit einigen Jahren auch als Vorstandsmitglied für die Durchführung des Schießens zuständig.

Auch im Schützenverein Berge, Weetfeld, Freiske ist er Mitglied, so dass er auch die umliegenden Schützenfeste im Stadtbezirk Rhynern gut kennt. „Eigentlich ist es schade, dass ich diesem Jahr keine Feste begleiten darf.“

1985 begann Hoen als Anwärter im Polizeidienst

Seinen Berufswunsch Polizist hatte er recht früh getroffen. Er will zwar im Nachhinein nicht vom Kindheitstraum sprechen, aber die „Räuber-und-Gendarm-Spiele“ hätten ihm früher immer gut gefallen, erzählt er lachend. Und so war die Freude sehr groß, als er 1985 als einer von 19 Auserwählten im Saarland in den Polizeidienst eintreten durfte.

Nach seinem Abschluss stand zunächst erst einmal ein Urlaub am Gardasee an, wo er seine spätere Frau kennenlernte. Die stammt aus Hamm und war damit für die weitere berufliche Laufbahn mit verantwortlich. „Ihre Eltern hatten einen Bauplatz, meine nicht“, erklärt er heute schmunzelnd, warum die Familie in Hamm sesshaft wurde.

Im ersten Jahr pendelte er noch zwischen Hamm und seiner Dienststelle in Iserlohn, ehe er nach Bockum-Hövel versetzt wurde. Von 2000 bis 2010 war er im Verkehrsdienst, danach ein Jahr im Bezirks- und Schwerpunktdienst tätig, ehe er die eingangs erwähnten Aufgaben im Datenmanagement übernahm.

Eigentumskriminalität als ein Schwerpunkt

In Rhynern finde er ein weitgehend ruhiges Umfeld vor, meint er. „Dennoch gibt es ja immer etwas zu verbessern“, geht er seine Aufgabe mit viel Engagement an. Ein Hauptaugenmerk werde weiterhin auf die Eigentumskriminalität gelegt. Im Dialog mit den Bürgern solle weiter an der Information rund um den Einbruchsschutz gearbeitet werden.

Und der Verkehr auf der B63 sei ihm ein Dorn im Auge, besonders, wenn sich dadurch Lkw verbotener Weise durch den Ort bewegen. Die Schulwegsicherung an den Schulen sei ohnehin ein Schwerpunktthema, das er gerne von seinen Vorgängern im Rhyneraner Bezirksdienst übernehme.

Wenn die Zeit es erlaube, möchte der Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes auch weiterhin seine geliebten Ski-Urlaube antreten und seinem Hobby in der Berger Sporthalle nachgehen. Dort wird ein Volleyball-Training als Dienstsport angeboten.

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