"Einige Symptome sprechen dafür"

Giftköder in Westtünnen? Hund "Doug" verendet qualvoll 

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 "Doug" starb vermutlich durch einen Giftköder. 

Hamm - Gift gefressen und qualvoll verendet: Es sollte ein normaler Sonntagsspaziergang werden, als sich Monika Lehmkemper mit ihrem jahrelangen Wegbegleiter, dem Cocker Spaniel „Doug“, in Westtünnen in Richtung Felder aufmachte. Irgendwo an der Delpstraße muss der Hund etwas gefressen haben. Stunden später erleidet er Höllenqualen und ist wenig später tot. Ursache könnte der Giftköder eines Tierhassers gewesen sein.

Am Sonntagvormittag machte sich Monika Lehmkemper in Westtünnen über die Straße Am Schützenplatz und am Friedhof vorbei zum Ortsrand an der Delpstraße auf. Irgendwo dort sei ihr Hund in den Büschen verschwunden. Richtig gesehen habe sie das nicht, gibt Sylvie Blätgen die Schilderungen ihrer Mutter weiter, denn der Verlust ihres „Doug“ hat sie so schwer getroffen, dass sie am Montag nach Möglichkeit nicht darüber sprechen wollte. 

Schon seltsam kam es Monika Lehmkemper vor, als sich der Hund am Mittag nicht wie sonst durch das Leckerli begeistern ließ. Gegen 16 Uhr hatte er dann Schaum vor dem Mund, bäumte sich auf, und „schrie ganz schlimm“, in einer Weise, wie sie es vorher noch nie gehört habe, sagt Blätgen  - zwei Mal "schrie" er, dann sackte er zusammen. Sie rief eine Freundin an, die den Hund zum Tierarzt brachte. Dort angekommen, war er allerdings schon tot. Die Vermutung liegt nahe: „Doug“ muss etwas Giftiges gefressen haben, etwa einen Giftköder.

Der Beweis bleibt indes aus, aber ein Symptom sprach zumindest dafür. „Die Schleimhäute sahen blass, leicht gelblich aus“, sagt Dr. Piotr Nowak von der Mobilen Kleintierpraxis im Hammer Süden. „Das kann ein Zeichen für eine Vergiftung sein.“ Was ihn zudem zunächst überrascht hatte: Der Hund habe eine gute Konstitution gehabt, hätte demnach noch deutlich älter werden können.  

Letztlich hätte nur eine Sektion Gewissheit über eine mögliche Vergiftung bringen können. Die war aber nicht veranlasst worden. Monika Lehmkemper wollte aber noch am Montag den Fall bei der Polizei anzeigen. Bislang ist "Doug" der einzige, bekannt gewordene Fall in Westtünnen. Weitere Anzeigen oder Hinweise waren laut Polizeisprecherin Julia Breitenstein bis Montagnachmittag nicht eingegangen.

In solchen Fällen, die zwar selten sind, wie auch Dr. Nowak erklärt, aber immer wieder vorkommen und für Schrecken unter Hundehaltern sorgen, ist es wichtig, entdeckte Köder nicht selbst zu beseitigen, sondern sofort die Polizei zu verständigen. Das bleibt oft aus, und es gibt kaum eine Chance, die Täter ausfindig zu machen. Was bleibt, ist die Warnung an alle Hundehalter in Westtünnen, wegen möglicher Giftköder aufzupassen.

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