Wildtier in Wambeln mit Todesschuss erlöst

Hund verletzt Reh schwer - Neue Debatte um Anleinpflicht

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In Wambeln wurde ein Rehwild von einem freilaufenden Hund gerissen. Christian und Friedrich Nölle haben den Bock gefunden.

Wambeln - Ein Hund hat in Wambeln ein junges Reh so schwer verletzt, dass es nach stundenlangem Leiden getötet werden musste. Der Fall löste unmittelbar eine neue Diskussion um die Anleinpflicht von Hunden aus.

Der Ärger war groß bei Christian Nölle, als er am Mittwochmorgen einen Anruf bekam. Reiter hatten ein schwer verletztes Rehwild gefunden und gemeldet, und als der Wambelner Jäger und Jagdrevierpächter das Tier dann im Bereich der Wambelner Aul fand, machte er den Grund für die Verletzung des Rehwilds schnell aus. Denn offensichtlich war der etwa einjährige Bock von einem freilaufenden Hund derart schwer verwundet worden, dass Nölle das wohl seit Stunden leidende Tier mit einem gezielten Schuss erlösen musste.

„Es hat mehrere Bisswunden“, sagte Nölle und deutete auf einen Bereich unterhalb der Gebeine des Rehwilds, wo sogar sichtbar ein ganzes Stück herausgefressen wurde. Daher sein Appell: „Wir möchten nur darauf aufmerksam machen, dass die Hunde hier nicht frei laufen sollen.“ Zumal es – wie Vater Friedrich Nölle bestätigte, wohl nicht das erste Mal gewesen sei, dass ein freilaufender Hund beim Jagen eines Rehwilds beobachtet wurde. „Landwirte und Jäger sind verärgert deswegen“, sagte Christian Nölle zum Thema freilaufende Hunde, die aufgrund ihres Jagdtriebs Wildtiere reißen.

In Hamm gilt dabei ungeachtet der Größe des Tieres eine generelle Anleinpflicht für Hunde – allerdings nur in bestimmten Bereichen: „Die Verpflichtung bezieht sich auf öffentliche Straßen und Plätze innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile und die Anlagen des gesamten Stadtgebietes“, heißt es auf der Internetseite der Stadt. Doch egal, wie die gesetzliche Lage ist: „Vielen Hundehaltern ist meist gar nicht bewusst, welchen großen Schaden ihre frei auf Feldern, Wiesen und im Wald herumlaufenden Vierbeiner anrichten können. In jedem Hund steckt noch der natürliche Jagdtrieb“, erklärt die Stadt dazu.

Dem Appell, Hunde nicht einfach in der freien Natur herum laufen zu lassen, schließt sich auch Heinz Löffeler, Geschäftsführer der Kreisjägerschaft, an. Zwar dürften Hunde in gewissen Außenbereichen ohne Leine laufen, sie müssen aber im Bereich der Wege bleiben und vor allem „aufs Wort gehorchen können“ und nichts und niemanden stören. Wichtig sei das besonders während der Setz- und Brutzeit, damit die Tiere nicht gestört würden.

Seine persönliche Einschätzung: „Die Hundebesitzer sind dann auch einsichtig“, sagt Löffeler, der Aufklärung deshalb für besonders wichtig hält.

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