Hobby-Radfahrer weist auf Sicherheitslücken auf dem Alleenradweg hin

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Auf Hammer Stadtgebiet lassen die Poller an den Einfahrten zum Alleenradweg eine Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen nur schwer zu.

Rhynern - Für die bislang bekannten Bussard-Opfer vom Alleenradweg verliefen die Attacken des Greifvogels verhältnismäßig glimpflich. Die Radfahrer konnten ihre Fahrt selbstständig, wenn auch leicht verletzt, fortsetzen. Der Einsatz eines Rettungswagens war nicht erforderlich. Das wäre auch gar nicht so einfach gewesen, meint ein Hobby-Radfahrer, dem einige Sicherheitsmängel entlang des Radweges aufgefallen sind.

Damit ein Rettungswagen so schnell wie möglich die Unfallstelle erreichen kann, ist zum einen eine präzise Ortsbeschreibung erforderlich, zum anderen sollten Hindernisse wie kleine Poller mit einfachen Handgriffen entfernt werden können.

Beide Voraussetzungen seien beim Alleenradweg, zumindest auf Hammer Stadtgebiet, nicht gegeben, stellte der Sicherheits-Fachmann, der namentlich nicht genannt werden möchte, fest.

Auf dem Teilstück im Kreis Unna sei zum Beispiel alles „vorbildlich“ erstellt worden, erklärt er bei einem Ortstermin mit dem WA. Denn nicht nur seltene Greifvogelattacken, sondern auch Stürze oder Herzinfarkte könnten jederzeit zu Rettungseinsätzen auf dem Radweg entlang der ehemaligen Bahntrasse zwischen Welver und Königsborn führen. Und dann sei schnelle Hilfe gefragt.

- Problem der präzisen Ortsbezeichnung: Auf dem Teilstück im Kreis Unna sind im Abstand von etwa 200 Meter Findlinge gesetzt, auf denen der jeweilige Abschnitt des Radweges und Kilometerzahl gekennzeichnet sind. Der Alleenradweg ist in Abschnitte (Anfang und Ende sind jeweils Kreuzungen mit Wirtschaftswegen) unterteilt.

„Anhand dieser Daten, die der Rettungsstelle bekannt sind, kann die verletzte Person oder ein Ersthelfer die genaue Position in der Rettungsstelle durchgeben“, erklärt der Fachmann. Solche Hinweise sucht man auf Hammer Stadtgebiet aber vergebens. Ein auswärtiger Radfahrer könne ohne Hilfsmittel niemals genau lokalisieren, wo er sich genau befindet, weiß der aufmerksame Bürger. Ortungen von Handys seien viel zu ungenau.

- Problem der Poller: Wegepfosten sind in der Regel mit einem Dreikantschlüssel schnell zu öffnen. „Der Beifahrer des Rettungswagens springt dann schnell raus, legt den Poller um, und die Fahrt kann zügig fortgesetzt werden“, erklärt der Hobby-Radfahrer. Auf dem Alleenradweg im Kreis Unna ist dieses Problem sogar noch einfacher zu lösen. Die Pfosten lassen sich bequem in Sekundenschnelle herausziehen – ohne Werkzeug.

Dagegen in Hamm: Dort sind die Poller fest verschraubt. Nur mit Schraubenschlüssel, der nicht auf jedem Rettungswagen griffbereit ist, sind sie mit viel Aufwand und Zeitverlust zu lösen. Lediglich im Bereich der Rampe an der Unterführung der B63 sind „Dreikant-Poller“ gesetzt. „Dies sind grobe Sicherheitslücken, die behoben werden müssen“, meint der umsichtige Hobby-Radfahrer. Und das möglichst schnell, bevor ein Rettungseinsatz tatsächlich einmal verzögert wird.

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