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Betrunkener klaut nachts Traktor – Nachbar des Landwirts verfolgt ihn mit dem Rad

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Von: Jörg Beuning, Cedric Sporkert

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Blaulicht
Die Polizei eilte in der Nacht nach Rhynern. Dort hatten der bestohlene Landwirt und sein aufmerksamer Nachbar den betrunkenen Dieb bereits festgesetzt. © Jens Büttner/ZB/dpa/Symbolbild

Betrunken und mit einer geladenen Softair-Pistole in der Bauchtausche hat ein 35-jähriger Mann in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen Traktor von einem Bauernhof am Osttünner Weg in Osttünnen geklaut. Weit kam er dank der Aufmerksamkeit eines Nachbarn nicht.

Hamm – Aber der Reihe nach: Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Osttünnen war gegen 1 Uhr nachts mit Fahrrad auf dem Weg nach Hause, als er den Traktor des Nachbarn zu dieser ungewöhnlichen Zeit vom Hof fahren sah. Da er zudem beobachtete, dass die am Traktor montierte Feldspritze über die Straße schliff, war ihm schnell klar: Hier stimmt etwas nicht.

Feuerwehrmann nimmt mit Rad die Verfolgung auf

Ein Anruf beim Eigentümer – es bedurfte zwei Versuche in der Nacht – bestätigte seinen Verdacht. Der Eigentümer saß nicht selbst am Steuer, dieser war zudem bereits von einem weiteren Nachbarn über den Diebstahl informiert worden.

Der Feuerwehrmann zögerte dann keine Sekunde, rief die Polizei an und nahm mit seinem Fahrrad die Verfolgung des rund fünf Tonnen schweren Gefährts in Richtung Rhynern auf. Er wollte zumindest den Traktor im Blick behalten, bis die Polizei eintrifft. Ein Einholen, insbesondere auf der lang gezogenen Steigung bis nach Rhynern, erschien ihm ohnehin aussichtslos.

Betrunkener hat Softair-Waffe dabei

Auf halber Strecke aber erreichte ihn der Eigentümer des Traktors mit dem Pkw, beiden setzen die Verfolgung gemeinsam im Auto fort. In Rhynern, auf der Straße „An der Lohschule“ in Höhe des Mittelweges durch den Wald Papenloh, entdeckten sie das Fahrzeug. Der Dieb hatte den Traktor dort zum Stehen gebracht und verweilte noch im Führerhaus.

Das Duo überwältigte den Täter und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Der betrunkene Mann hatte in seiner Bauchtasche eine geladene Softair-Waffe, ließ sich jedoch widerstandslos festnehmen. Mit einem Streifenwagen wurde er zur Entnahme einer Blutprobe in ein Hammer Krankenhaus gebracht.

Angehängte Feldspritze stark beschädigt

Mit der Feldspritze hinterließ der 35-jährige Hammer eine mehrere hundert Meter lange Schleifspur auf seiner Route – nach ersten Erkenntnissen entstand jedoch kein Schaden auf der Fahrbahn. Die Schäden an der Feldspritze sind hingegen ungleich höher. Erste Schätzungen belaufen sich auf einen fünfstelligen Wert.

„Kaum auszudenken, was er beschädigt hätte, wenn er weiter in Richtung Rhynern gekommen wäre. So manches parkende Auto hätte er wohl mitgenommen“, mutmaßte der aufmerksame Feuerwehrmann.

Gleich mehrere Strafverfahren eingeleitet

Den 35 Jahre alten und polizeibekannten Mann erwarten Strafverfahren wegen des Diebstahls mit Waffen von Kraftwagen, dem Verstoß gegen das Waffengesetz und dem Fahren unter Einfluss von Alkohol. Er ist wegen verschiedener Diebstahldelikte bei der Polizei bekannt und saß auch schon im Gefängnis. Letztmalig fiel er indes 2020 wegen Körperverletzung auf.

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