Rhynerns Glücksbringerin geht in den Ruhestand

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Brigitte Gobrecht-Teege öffnet am Samstag zum letzten Mal ihr Lottogeschäft an der Unnaer Straße in Rhynern.

Rhynern - Auch wenn sie es in über 28 Jahren nicht geschafft hat, einen ihrer Kunden zum Millionär zu machen, so hat Brigitte Gobrecht-Teege die Menschen im Ort Rhynern durchaus ein Stück reicher gemacht. 

Denn ihre kleine Lotto-Annahmestelle an der Unnaer Straße ist im Laufe der Jahre mehr geworden als ein Geschäft. Hier treffen sich die Menschen, hier haben die Mitarbeiter Zeit für ein kleines Pläuschchen mit den Kunden, hier werden die Neuigkeiten aus dem Ort diskutiert. Am Samstag wird Brigitte Gobrecht-Teege zum letzten Mal die Lottoscheine ihrer Rhyneraner in Empfang nehmen. Sie geht in den Ruhestand. Ab Montag läuft der Laden unter neuer Führung wie gewohnt weiter. 

Dass ihre Verbindung zu diesem kleinen Ladenlokal und zu den Menschen in Rhynern einmal so eng werden würde, hätte sie im Oktober 1988 kaum für möglich gehalten. Als ihr damals das Angebot gemacht wurde, die damalige Lotto-Annahmestelle Pieper in Rhynern zu übernehmen, lebte sie noch in Oberhausen. „Ich habe den Schritt gewagt und hatte mir direkt über dem Laden eine Mini-Wohnung mit angemietet, damit ich früh morgens den Laden öffnen konnte“, erzählt sie von den Anfängen. 

Mittlerweile ist sie in Rhynern längst heimisch geworden. „Ich bleibe auch hier“, sagt sie. Durch ihr Geschäft habe sie so viele nette Menschen kennengelernt, mit denen möchte sie in Kontakt bleiben. „Man kennt sich eben“, mochte Gobrecht schon immer dieses Persönliche in ihrem Geschäft. „Gut 80 Prozent der Kunden sind Stammkunden“, erzählt sie. Und viele nutzen die gemütliche Enge im Laden auch, um ein paar Minuten im „Schnack“ zu verweilen.

Unter anderem engagiert sie sich seit einigen Jahren in der Werbe- und Interessengemeinschaft Rhynern (WIR) und hat und hatte so maßgeblichen Anteil am Gelingen vieler Veranstaltungen (Weihnachtsmarkt, Rhynern kocht, Weinfest, Tanz in den Mai). Aber durch andere Aktionen wie das Anschaffen der Weihnachtsbeleuchtung im Ortskern hat Gobrecht mit ihrem WIR-Team die Aufenthaltsqualität in Rhynern verbessert. 

Den Entschluss, jetzt in den Ruhestand zu gehen, hatte sie bereits vor einigen Monaten gefasst. Wichtig war ihr dabei, dass das Geschäft mit Lotto, Schreibwaren und Geschenkartikeln an diesem Standort fortgeführt wird. „Nun hatte es sich ergeben, dass mein Nachfolger zum 31. Dezember sein Geschäft im Hammer Westen verlässt und zum 1. Januar hier anfangen kann. Da habe ich den Zeitpunkt halt so gewählt“, erklärt Gobrecht. 

Die Zeit nach dem letzten Öffnungstag an Silvester lasse sie gelassen auf sich zukommen. „Ich werde einfach die freie Zeit genießen.“ Heute und morgen wird dann schon etwas Wehmut aufkommen, aber vielleicht kann sie sich ihren Abschied noch versüßen, indem die „Lottofee“ ihren Kunden noch einmal zum großen Gewinn verhelfen kann. Zumindest als Glücksbringerin. 

2010 hatte ein Kunde 700 000 Euro gewonnen. Das war der größte Gewinn in den 28 Jahren, in denen sich die Arbeit in der Lotto-Annahmestelle schon aus technischen Gründen deutlich verändert hatte. „Die Verantwortung war früher viel größer. Wir mussten Sorge tragen, dass die abgegebenen Scheine rechtzeitig in der Bezirksstelle eintrafen“, deutet sie an, dass dies nicht immer ohne Hindernisse vonstatten ging. Und wehe der Schein war nicht rechtzeitig da... Diese Sorgen muss sie sich seit Einführung anderer Technik nicht mehr machen. Ihren ehemaligen Kunden werde sie aber weiterhin die Daumen drücken beim Mitspielen. „Außerdem treffen wir uns ja im Dorf.“

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