Frust in Rhynern über Straßenbaubeiträge 

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Die Straße "An der Windmühle" wäre nach Meinung von Rhyneraner Bürgern zuerst mit einer Sanierung an der Reihe. Die Schlaglöcher sind zum Teil bis zu sechs Zentimeter tief.

Rhynern - Die Straße "Gewerbepark" wird bald erneuert. Die Straße "An der Windmühle" dagegen muss noch warten. Das will Bürgern in Rhynern nicht einleuchten. Das brachten sie jetzt bei der Bezirksvertreter-Sitzung lautstark zum Ausdruck.

Warum muss ausgerechnet jetzt die Straße „Gewerbepark“ erneuert werden, während gleichzeitig die Grundschüler in Rhynern Angst haben müssen, vor ihrem Schulgebäude zu stürzen? In der gestrigen Einwohnerfragestunde zur Bezirksvertretersitzung formulierten drei Bürger lautstark ihren Unmut über die ihrer Meinung nach falsch gesetzten Prioritäten bei Straßenbaumaßnahmen. Zufriedenstellende Antworten und Erklärungen erhielten sie gestern nicht.

Tiefe Schlaglöcher

Denn der Zustand der Straße „An der Windmühle“, insbesondere im Bereich direkt vor der Grundschule, ist aktuell einmal mehr nicht verkehrssicher. Mehrere tiefe Schlaglöcher reihen sich aneinander. Insbesondere vor der Bushaltestelle kann die Fahrbahn von Fahrradfahrern quasi nicht mehr genutzt werden. Auch Fußgänger müssen beim Überqueren der Straße eine Art Parcours bewältigen, um unfallfrei ans Ziel zu kommen – von möglichen Schäden an motorisierten Fahrzeugen, die diesen Bereich befahren, ganz zu schweigen. Dabei hatte die Stadt Hamm mehrfach erwähnt, dass sie bis zur großen Sanierung der Straße die schlimmsten Stellen stets flicken wolle, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Davon ist aber seit Wochen nichts zu sehen. Die Straße ist eine viel genutzte Verbindung zwischen Rhynerns Ortskern und dem Gewerbegebiet.

Schule liegt an der Straße

Für die aufgebrachten Bürger war auch der Hinweis, dass das Geld für die Fertigstellung der Straße immerhin schon Platz im Haushalt der Stadt Hamm – wenn auch erst für 2020/21 – gefunden hat, keine Beruhigungspille. Das werde bereits seit zehn Jahren geschoben, führte ein Bürger an. „Vermutlich, weil die Stadt Hamm mit dem angrenzenden Schulgelände die größten Batzen zu zahlen hätte. Oder ist alles nur Taktik? Wartet die Stadt, bis sich womöglich das Kommunale Abgabengesetz in NRW ändern könnte und die Anliegerbeiträge geringer werden oder gar wegfallen? Auch diesen Verdacht äußerte einer der Bürger in der Einwohnerfragestunde. 

90 Prozent der Kosten tragen die Anlieger

Dass er sich mit diesem Thema derzeit intensiv beschäftige, liege daran, dass er Anwohner der Straße „Gewerbepark“ sei. Und steht nun eine Fahrbahnerneuerung samt Kanalbaumaßnahmen durch den Lippeverband an. 90 Prozent der 480 000 Gesamtkosten müssen die Anlieger (Firmen und Privatleute) bezahlen. So will es das Gesetz. 17 Anlieger seien betroffen, erklärte Nicole Stalljohann, die unter anderem zuständig ist für Anliegerbeiträge bei der Stadt Hamm. Dagegen werde er gemeinsam mit seinem Nachbarn vorgehen, kündigte der Bürger an. Keinen Cent werde er bezahlen. Immerhin sei die Straße ein Durchgangsstraße, die von den Firmen und Angestellten stark genutzt werde, da die Bundesstraße ständig verstopft sei. Und außerdem sei die Fahrbahn nun wirklich noch in Ordnung – mit Vergleich zur Straße „An der Windmühle“. 

Für letztgenannte Straße steht der Erstausbau mit umfangreichen Kanalbauarbeiten an. Aufgrund der hohen Kosten und der langen Planungszeit wurde die Maßnahme zuletzt geschoben, soll aber spätestens in 2021 endlich in Angriff genommen werden. Zu spät, wie offenbar viele Bürger empfinden. Die Bezirksvertreter stimmten übrigens – bei einer Gegenstimme von Andrea Pfeifer (Grüne) für die Fertigstellung der Straße „Gewerbepark“ in diesem Jahr.

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