Flick erweitert Verkaufsfläche in Rhynern

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Thorsten Callier (links) und Jens-Jürgen Röhr stellten die Pläne für die Erweiterung des Textil-Großhandels Flick in Rhynern vor.

Rhynern - Die Flick Fashion Group Holding investiert kräftig in den Standort Rhynern. Im Gewerbepark wird die Verkaufsfläche um rund 2 000 Quadratmeter erweitert. Den erforderlichen Parkraum schafft das Unternehmen auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Insgesamt nimmt der Textil-Experte für Großkunden mit Hauptsitz in Bielefeld für diese Erweiterung fünf bis sechs Millionen Euro in die Hand, wie Jens-Jürgen Röhr, Geschäftsführender Gesellschafter, erklärt. Dass er noch keine konkrete Investitionssumme nennen kann, hat in erster Linie damit zu tun, dass die ersten Pläne für das Projekt in Rhynern gerade erst druckfrisch vorliegen. Im Detail könnten sich noch Änderungen ergeben, der Hauptgedanke aber sei klar: Vergrößerung der Ausstellungsfläche mit Verbesserung des Komforts. 

Grundstück hinzugekauft

Dazu wird erneut angebaut. Bereits 2011 hatte Flick in Rhynern investiert, das 1981 errichtete Gebäude modernisiert und erweitert. Nun wird wieder in Richtung Osten neue Verkaufsfläche geschaffen. Rund 2 000 Quadratmeter entstehen auf dem Parkplatz. Zwar bleiben noch Stellplätze direkt am Gebäude erhalten, doch reichen diese nicht aus. Eine Baugenehmigung wäre für den Anbau so nicht erteilt worden. Da kam der Flick-Gruppe gerade recht, dass sich die Kaufmöglichkeit des gegenüberliegenden Grundstücks ergab. Dort befand sich einst das Landmaschinen-Unternehmen Saabel. Eine Zeit lang hatte der Asia-Shop „Himalaya“ hier eine Halle angemietet. Es werden neue, fußläufig bequem erreichbare Kundenparkplätze entstehen. Insgesamt wird es rund 200 Stellplätze geben.

Der vergleichsweise kurze Zeitraum zwischen der letzten Erweiterung 2011 und jetzt, erklärt Thorsten Callier, Geschäftsführer des Hauses Hamm, mit der einst nicht vorhersehbaren Entwicklung in dieser Branche. Wichtig sei es, dass die Ware besser und wertiger präsentiert werden kann, so Callier. Dies treffe besonders für die Waren im höheren Preissegment zu. Dazu benötige Flick mehr Platz. Das Warenangebot werde sich in Zukunft nicht merklich vergrößern, aber die Präsentation werde eine andere sein. Die Schuhabteilung, die erst 2011 so richtig Platz in Rhynern gefunden hatte, werde zum Beispiel deutlich vergrößert. Die Notwendigkeit hätten die Erfahrungen der Nachfrage in den vergangenen Jahren gezeigt. 

Mehr Komfort durch Lounge-Zone

Auch ein Großhandel in der Textil- und Bekleidungsbranche hat die zunehmende Bedeutung des Internets als Konkurrenz im Nacken. Um sich dieser als stationärer Handel zu stellen, setzt Flick auf den verbesserten Einkaufskomfort. Neu wird eine Lounge-Zone sein. Auf fast 190 Quadratmetern entsteht ein Bereich mit Aufenthaltsqualität. Snacks sowie warme und kalte Getränke sollen den Einkauf komfortabler gestalten. Also der Klassiker: Die Frau kann in Ruhe aussuchen gehen, während der Mann in der Lounge relaxt. Die beiden anderen Häuser in Bielefeld und Freudenberg bei Siegen haben bereits diese Größe. Und nach den positiven Erfahrungen dort, strebte die Geschäftsführung das Ziel an, auch Hamm auf diesen Standard zu bringen. 

Das Problem war zunächst – wie erwähnt – der Platzmangel. Selbst ein Neubau wurde in Erwägung gezogen. Am Standort Rhynern sollte dabei aber nicht gerüttelt werden. Freie, geeignete Flächen gab es aber nicht, oder sie scheiterten am Veto von Straßen NRW. Die Behörde wird Neubauten mit bestimmter Kundenfrequenz nahe der B63 erst wieder zustimmen, wenn die A455 da ist. Und solange wollte Flick nicht warten. So war die Verkaufsmöglichkeit des Grundstücks in unmittelbarer Nähe ein echter Glücksfall.

Mitarbeiterzahl steigt von 55 auf 70

In Rhynern sind derzeit 55 Mitarbeiter beschäftigt, nach der Erweiterung 2020 wird die Zahl auf rund 70 aufgestockt, sagt Callier. Baustart soll noch in diesem Jahr sein. Ziel sei es, den Übergang zwischen Frühjahr-Sommer- auf Winter-Herbst-Kollektion, also im August 2020, als Neueröffnungstermin zu nutzen. Der Verkauf wird während der Bauphase zunächst nicht beeinträchtigt sein. Erst wenn der notwendige Durchbruch vom Alt- in den Neubau erfolgt, wird das Unternehmen an einer vorübergehenden Schließung nicht herumkommen.

Tradition seit 1953

Die Stammfamilie Flick wirkte seit Jahrhunderten im Rheingau und ließ sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostwestfalen nieder. Dort gründete Karl-Heinz Flick 1953 seinen ersten Großhandel für Textilien in Bielefeld, dem weitere Neugründungen folgten. In 50 Jahren Firmengeschichte entwickelten sich so eigenständige Tochtergesellschaften in Freudenberg bei Siegen, in Hamm und in Bielefeld. Das Unternehmen wird heute in der zweiten Generation von Dr. Carsten Flick, geschäftsführender Komplementär, Sohn des Gründers, zusammen mit seinem Geschäftspartner und Mitgesellschafter, Jens-Jürgen Röhr, geführt. 1968 gründete Karl-Heinz Flick den Standort Hamm. Ansässig war das Unternehmen als Karl-Heinz Flick KG in der Ostenallee 80, heute Feldhaus. 

1981 Umzug nach Rhynern

1981 erfolgte der Umzug in den verkehrsgünstig gelegenen Gewerbepark Rhynern. 2011 wurde dort modernisiert und vergrößert. Damals wie heute versteht sich Flick als Großhandel, also als Unternehmen mit einem Kundenstamm aus Gewerbetreibenden, die als Einkaufsberechtigung eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit mit nachzuweisendem textilen Bedarf benötigen. Diese Kunden können wiederum ihren Kunden einen Einkaufsberechtigungsschein ausstellen, mit dem schließlich auch nicht wenige private Kunden das Angebot nutzen.

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