Schuhe, Plastik, Verpackungen

Eine kleine Müll-Ausstellung: Am Hellweg zeigt ein Anwohner, was dort im Graben landet

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Am Hellweg hat Anwohner Christian Sturm eine Kiste mit eingesammeltem Müll von Felder und Wegrändern aufgestellt. In der Hoffnung, dass sich die Umweltverschmutzer bessern mögen.

Hamm - Am Hellweg wird täglich Müll - vor allem Verpackungsreste und Flaschen - arglos in die Natur geworfen. Ein Anwohner macht darauf mit einer besonderen Aktion aufmerksam.

Es ist ein normaler Mittwochmittag in der gelockerten Corona-Zeit. Der Verkehr auf den Straßen hat wieder deutlich zugenommen, das macht sich auch auf den Nebenstrecken der Bundesstraße 63 bemerkbar.

So herrscht auch auf dem Hellweg in Berge wieder ein reger Straßenverkehr. Das nutzte nun Anwohner Christian Sturm, um auf ein großes Ärgernis hinzuweisen. Er setzte für alle sichtbar den Müll in Szene, den er in den vergangenen Tagen mit seinem dreijährigen Sohn aufgesammelt hat.

Müll seit Jahren ein Ärgernis

„Das stört mich schon seit Jahren“, sagt der Familienvater, der einen großen Teil der Felder zwischen Wassertürmen und der ehemaligen Gaststätte Renninghoff bewirtschaftet. „Immer wieder finde ich kleinen und auch großen Abfall auf meinen Feldern, insbesondere entlang des Hellwegs. In erster Linie sei dies Verpackungsmüll. Fast-Food-Verpackungen, Getränkeflaschen und Becher landen in Gräben. Vermutlich werde dies von Autofahrern rücksichtslos während der Fahrt aus dem Fenster geworfen, meint Sturm.

Da zuletzt die Kitas geschlossen hatten, überbrückte er die freie Zeit für den Sohnemann mit einer kleinen „Feldbegehung“. Mit Eimern und Handschuhen machten sie sich auf den Weg und sammelten den Müll auf. Dabei fiel den beiden auf, dass es eine Art neuartigen Müll gibt. Denn diesmal seien besonders häufig Einweg-Handschuhe und Mundschutze dabei gewesen.

Corona-Abfall landet in der Landschaft

„Man könnte fast meinen, ein Pflegedienst nutzt meine Felder als Müllkippe“, so Sturm. Im Laufe der Jahre habe er aber schon quasi alles gefunden. Von Kfz-Teilen über Teppiche bis hin zu getrocknetem Zement sei alles dabei gewesen. Sogar ein Paar Schuhe habe er schon einmal gefunden. Und das übrigens nicht zur Schützenfestzeit.

Nach der jüngsten Aufräumaktion, als er den Abfall in etwa des letzten halben Jahres aufgesammelt hatte, platzte ihm der Kragen. Er wollte es nicht einfach unbemerkt entsorgen, sondern stellte seine „gesammelten Werke“ für die Öffentlichkeit plakativ aus. In einer Gitterbox im Kreuzungsbereich Hellweg/Dorchkamp kann sich nun jeder ein Bild davon machen, was unentwegt arglos in die Landschaft geworfen wird. Und das nur im kleineren Umkreis dieser Kiste.

Radfahrer und Autofahrer halten an

Auf Zetteln erklärt er den neugierigen Bürger, was es damit auf sich hat. „Und tatsächlich: Es halten viele Radfahrer, aber auch Autofahrer, an und lesen sich die Hinweise durch“, sieht Sturm erste Erfolge seiner Aktion.

„Wir wollen die Menschen auf diesem Wege ein bisschen sensibilisieren“, hofft Sturm. Denn nicht nur auf seinen Feldern werde es derartige Müllansammlungen geben. Davon könne sicherlich jeder Landwirt ein Lied singen. Die Box soll natürlich kein öffentlicher Mülleimer sein.

Ein Deckel schützt zudem davor, dass sich der Müll durch Wind wieder verteilt. Sehr wohl aber werde Sturm diese Box in den nächsten Tagen und Wochen weiter füllen – mit dem Abfall von seinen Feldern. Es sei denn, es geschieht ein Wunder und die Umweltverschmutzer zeigen sich durch diese Aktion einsichtig...

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