„Müssen zwei Bürgersteige gebaut werden?“: Einige Anwohner finden Ausbaupläne „An der Windmühle“ übertrieben

Die Ausbaupläne für die Straße „An der Windmühle“ stoßen nicht bei allen Anwohnern auf positive Resonanz.
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Die Ausbaupläne für die Straße „An der Windmühle“ stoßen nicht bei allen Anwohnern auf positive Resonanz.

Dass die Straße „An der Windmühle“ in Rhynern dringend saniert werden muss, ist unstrittig. Ob der erstmalige Ausbau der Straße aber so umfangreich und kostenintensiv erfolgen muss, sehen einige Anwohner dann doch skeptischer als es bislang kommuniziert worden ist.

Rhynern – Kein Wunder: Denn sie werden bei dieser Maßnahme ordentlich zur Kasse gebeten. Fünfstellige Beträge kommen bei den zum Teil großen Grundstücken schnell zusammen.

Muss auf beiden Straßenseiten ein Bürgersteig angelegt werden? Müssen so viele Bäume gepflanzt werden? Müssen überhaupt Grünstreifen angelegt werden? Einige Anwohner finden das Vorhaben zu übertrieben. „Wir machen den Rhyneranern das Dorf schön“, findet eine Bürgerin, die sich mit einigen Maßnahmen gar nicht anfreunden kann und sich in der WA-Redaktion meldete.

Dabei stört sie besonders der aufwendige Bürgersteig auf beiden Seiten. „Da geht doch kaum jemand her“, berichtet sie von täglichen Beobachtungen. Ab und an seien Gassigänger unterwegs, ansonsten ein paar Arbeiter aus dem Gewerbepark. Für die reiche doch ein Bürgersteig auf der nördlichen Seite, findet sie.

56 Jahre alter Gehweg als Provisorium gedacht

Die Begründung der Stadt reiche ihr nicht. „Ein Verzicht des südlichen Gehweges kann nicht stattgegeben werden, da die Straße An der Windmühle beidseitig anbaubar ist“, erklärt die Stadtverwaltung. Und zu einem Komplettausbau, der angestrebt wird, gehöre schließlich auch ein Gehweg, der 1964 provisorisch gebaut worden ist.

Derzeit existiert dort ein Schotterstreifen. „Der Zustand des Abschnitts der Straße An der Windmühle von Bördenweg bis Autobahnbrücke hat dabei nie den gesetzlichen Anforderungen der Gemeinde entsprochen, sie gilt damit als nicht – insgesamt – endgültig hergestellt“, heißt es als Erklärung seitens der Stadt.

Anliegerversammlung fiel aus

Sehr unglücklich sei es auch, dass aufgrund von Corona keine Anliegerversammlung stattgefunden hat. Hier fragt sich die Anwohnerin, ob dies rechtens sei. Immerhin heißt es im Kommunalabgabengesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (KAG) seit dem 18.Dezember 2019, dass die Kommune verpflichtet sei, bei beitragspflichtigen Straßenausbaumaßnahmen eine Anliegerversammlung durchzuführen.

Nur ausnahmsweise könne von der Durchführung einer Versammlung abgesehen werden, wenn es sich um eine nur geringfügige Straßenausbaumaßnahme handelt. Und für geringfügig hält die Anwohnerin diese Maßnahme mit Blick auf ihre Rechnung nicht.

Der Zustand der Straße „An der Windmühle“, insbesondere im Bereich direkt vor der Grundschule war bereits Anfang 2019 nicht mehr verkehrssicher, wie sich hier Bürger bei einer Bezirksvertreter-Sitzung Luft machten. Die Stadt hat hier mit Beginn der monatelangen Bauarbeiten im Gewerbepark eine großräumige Umleitung ausschildern lassen. Der Verkehr wird unter anderem über die Straße "An der Windmühle" gelenkt. Insbesondere zu Arbeitsbeginn und nach Feierabend der Firmen im Gewerbegebiet sind in der Regel der betroffene Straßenabschnitt „Gewerbepark“ sowie die Wohnstraßen „An der Windmühle“ und „Vöhde“ stark befahren.

Meinung per Mail und Telefon äußern

Als Ersatz hierfür wurden die Anlieger vom Bauverwaltungsamt der Stadt Hamm angeschrieben. Ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, Rückfragen, Kritik und Wünsche mittels Telefon oder per Mail mit dem Bauverwaltungsamt und dem Tiefbau- und Grünflächenamt auszutauschen. Dem Anschreiben beigefügt wurden eine Kopie des Ausbauplanes und die voraussichtlichen Beiträge für das jeweilige Grundstück. Danach gab es umfangreiche Anregungen zur Ausbauplanung. Nach Meinung der Stadt reiche dies aus.

Bevor nun die Bezirksvertretung Rhynern am Donnerstag, 18.Juni, um 16 Uhr in der nächsten Sitzung diese Pläne beschließt, wollen die Anwohner diese Fragen noch einmal persönlich geklärt wissen. Dazu werde überlegt, die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde im Vorfeld der Sitzung in Anspruch zu nehmen. Denn zumindest solle den Entscheidungsträgern klar sein, dass längst nicht alle Anwohner mit diesen Plänen einverstanden sind. Die Sitzung der Bezirksvertretung findet übrigens wegen Corona in der Rhynernhalle statt.

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