Alleenradweg in Wambeln: Kommt der Bussard zurück?

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Im Frühjahr 2015 musste das Teilstück des Alleenradweges in Wambeln nach Greifvogelattacken auf Radfahrer für einige Wochen bei besten Radfahrer-Wetter gesperrt werden.

Wambeln - Bussarde hatten im Frühjahr 2015 mehrere Radfahrer auf dem Alleenradweg angegriffen. Ein Stück des Radwegs war für mehrere Wochen gesperrt. Jetzt steht die Brutzeit der Greifvögel wieder an. Muss das Millionen-Projekt womöglich erneut zur besten Radfahrer-Jahreszeit gesperrt werden?

Die kommenden Tage und Wochen dürfen mit Spannung verfolgt werden. Denn laut Hamms Umweltexperte Ulrich Schölermann beginnt jetzt die Zeit, in der die Greifvögel nach möglichen Nistplätzen Ausschau halten. Dabei sei nicht ausgeschlossen, dass sie vorhandene Nester wieder nutzen, oder in der bekannten Umgebung ein neues bauen. 

„Das ist aber von einigen Faktoren abhängig“, erklärt Schölermann. „Sollte das Wetter zuletzt bereits zahlreiche Radfahrer auf die Strecke gelockt haben, dann dürften die Vögel dies als zu große Störung empfinden und machen einen Bogen um diesen Bereich. War es aber erneut sehr ruhig, dann kann es durchaus sein, dass sich dort wieder ein Bussard-Pärchen niederlässt.“ 

Sperrung des Radwegs ist für die Stadt die einzig denkbare Maßnahme

Kontrollgänge hat die Stadt Hamm aber bislang nicht durchgeführt. Dies sei nicht üblich, erklärt Stadtsprecher Tom Herberg. „Wir begutachten die Situation erst dann, wenn es entsprechende Hinweise gibt“, so Herberg. „Sollte dort oder auch anderswo entlang der Strecke wieder ein Greifvogel brüten, so werden wir zunächst abwarten, wie aggressiv das Tier sein Revier verteidigt. Erst dann würden Maßnahmen ergriffen“, erklärt Herberg die Vorgehensweise der Stadt. 

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Als einzig denkbare Maßnahme dürfte dann erneut die Sperrung des Weges erfolgen. Bussarde sind geschützte Tiere, Nester dürfen nicht entfernt werden, schon gar nicht, wenn sie genutzt werden. Eine erneute Sperrung allerdings dürfte zu heftigen Diskussionen führen. Denn mit Gesamtkosten von über 2 Millionen Euro war das vom Land geförderte Alleenwegprojekt umstritten. 

Die Notwendigkeit des Weges wurde angezweifelt, zumal die Natur entlang der ehemaligen Bahntrasse von Unna nach Welver ein unberührtes Areal geschaffen hatte, das idealer Rückzugsort für Vögel und andere Tiere darstellte. Argument der Befürworter: In den ersten Monaten der Nutzung wurde der Weg tatsächlich intensiv von Radfahrern, aber auch Spaziergängern, Joggern und Inliner-Fahrern genutzt.

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