Auch Westtünnen hat jetzt eine 24-Stunden-Milch-Tankstelle

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Der Bauernhof Rohde in Westtünnen bietet eine 24-Stunden-Tankstelle an. Dort können die Kunden jederzeit frische Milch zapfen. 60 bis 70 Kühe haben die Rohdes.

Westtünnen - Der 24-Stunden-Service für Autofahrer an Tankstellen ist längst zur Gewohnheit geworden. Dass rund um die Uhr auch frische Landmilch abgezapft werden kann, ist zumindest im Stadtbezirk Rhynern neu.

Auf dem Hof Rohde an der Silcherstraße in Westtünnen steht seit diesem Monat eine sogenannte Milch-Tankstelle, ein Milchautomat, der 24 Stunden lang geöffnet hat. Und den Bürgern aus der näheren Umgebung gefällt dies.

Sie schätzen zum einen die Gewissheit, dass ihre frische Milch vom Hof direkt aus der Nachbarschaft kommt. Außerdem hat der fast nostalgische Gang mit einer Milchkanne zum Bauernhof heutzutage schon fast Event-Charakter. Junge Familien besuchen mit ihren Kindern den Hof, und ältere Menschen fühlen sich an die „guten alten Zeiten“ erinnert.

Wer zuletzt über die Silcherstraße gefahren ist – aufgrund der Umleitung der Von-Thünen-Straße sind dies womöglich derzeit mehr als sonst –, der mag durchaus erschrocken auf die Bremse getreten haben. Denn direkt in der Hofeinfahrt haben die Rohdes eine lebensgroße Plastikkuh aufgebaut, um auf ihre Milchtankstelle hinzuweisen.

"Gegen den niedrigen Literpreis ankämpfen"

Die Geschäftsidee von Franz-Werner und Annette Rohde ist nicht neu. Andere Höfe, auch in Hamm (Kottmann, Freisfeld) praktizieren diese Direktvermarktung ihrer Produkte schon seit einiger Zeit. „Davon leben können wir natürlich nicht“, sagt Annette Rohde. Aber wir wollten uns etwas überlegen, wie wir gegen den niedrigen Literpreis der Milch ankämpfen können“, erklärt die Bäuerin. 60 bis 70 Kühe haben die Rohdes. Der Großteil der Milch wird weiterhin von der Molkerei abgeholt. „Aber wir haben immer Milch für unseren Automaten vorrätig“, so Rohde.

Dabei hilft der Melkroboter, den die Familie vor einiger Zeit angeschafft hat. Die Kühe gehen selbstständig zum Melken, daher ist quasi immer Milch im Tank. Diese wird dort bereits heruntergekühlt, ehe sie in den Automaten gefüllt wird. Dort wird die Milch kalt gehalten und kann von den Kunden abgezapft werden. Eine weitere Behandlung der Milch erfolgt nicht. 150 Liter fasst der Tank in Inneren des Automaten. „Der ist natürlich nicht ganz gefüllt. Wir schätzen derzeit die Menge ab, die benötigt wird. Denn die Milch soll ja wirklich immer frisch sein“, so Rohde.

Wie bei jedem anderen Getränkeautomaten

Das Abzapfen und Kaufen erfolgt eigentlich wie bei jedem anderen Getränke-Automaten auch. Der Kunde wirft Geld ein und hält ein Gefäß unter den Zapfhahn. „Am Besten hält man das Gefäß wie ein Bierglas etwas schräg, dann schäumt die Milch weniger“, erklärt die Hofbesitzerin. Das Gefäß kann selbst mitgebracht sein, es kann aber auch eine Flasche gekauft werden. Diese bleibt aus hygienischen Gründen in Besitz des Käufers, wird nicht als Pfandflasche wieder zurückgenommen. Sie kann aber sehr wohl beim nächsten Kauf wieder mitgebracht werden.

Passt der eingeworfene Geldbetrag, so stoppt die Maschine nach der Abgabe von einem Liter. Ansonsten kann der Kunde auch jederzeit die Stopptaste drücken, wenn seine Flasche voll ist. Den Restbetrag spuckt der Automat danach aus, erklärt Annette Rohde während sie das Prozedere der neugierigen Bezirksvorsteherin Brigitte Sosna zeigt. Die war mit Mitstreitern der CDU Rhynern vor Ort, um sich über die Idee des Bauernhofes zu informieren.

Auch eine Art „Kummerkasten“ haben die Rohdes in ihrem kleinen Holzhäuschen aufgehängt. Dort erwünschen sie sich positive wie negative Kritik zu ihrer „Tankstelle“. Bislang sind nur positive Nachrichten eingegangen. Die Idee kommt an, ein Zehnjähriger teilte den Rohdes unter anderem mit, dass er schon zum fünften Mal die Milch direkt vom Bauernhof geholt habe.

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