Rettungsversuch ohne „Happy End“

Gänsejagd im Südbad-Becken endet für Wildtier tödlich

+
Rettungsaktion im Freibadbecken.

Hamm - Einen tierischen Rettungsversuch ohne „Happy End“ gab es am Mittwochmorgen im Freibad Süd – was sehr zur morgendlichen Unterhaltung der Frühschwimmer beitrug.

Mitarbeiter des städtischen Tierasyls waren gerufen worden, um eine offenbar am Bein verletzte Kanada-Gans im Nichtschwimmerbecken einzufangen. Das gelang. Aber: Einem Hammer Tierarzt blieb nach der Untersuchung allerdings nichts anderes übrig, als das Tier zu erlösen. Die Verletzungen an einem Bein waren so stark, dass es nicht mehr überlebensfähig war.

Als die Schwimmmeister am frühen Mittwochmorgen das Gelände in Berge aufsuchten, entdeckten sie bereits das Tier im Nichtschwimmerbecken. Dies ist zunächst nichts Außergewöhnliches. Es komme immer wieder vor, dass Enten und Gänse die Becken als Wasserstelle nutzen. In der Regel suchen sie aber das Weite, sobald der Betrieb im Freibad startet, erklärte der Schwimmmeister.

Auch die Kanada-Gans war keine Unbekannte. Ein Pärchen ließ sich in den vergangenen Tagen immer wieder blicken. Doch diesmal blieb eine der beiden Gänse im Wasser. Schnell stellte sich heraus, dass sie das nicht freiwillig tat. Eine Verletzung am Bein verhinderte das Starten. Daraufhin suchten die Schwimmmeister Rat und Hilfe beim Tierasyl.

„Die Gans war nicht kooperativ"

Zu dritt reisten die Mitarbeiter an und starteten den Rettungsversuch, in dem sie mit einem Kescher auf Gänsejagd gingen. Sharon Wyes und Katja Skriginski hatten sogar extra Badekleidung mitgebracht, um sich dem Tier im Wasser zu nähern. Längst hatten auch die übrigen Badegäste Notiz von der Aktion genommen. Zum Teil unterbrachen sie das Bahnenziehen und beobachteten das Treiben im benachbarten Nichtschwimmerbecken.

Das Wildtier versuchte zwar immer wieder dem Kescher zu entkommen - die fehlende Kraft war ihm aber bereits anzusehen. „Die Gans war nicht kooperativ“, umschrieb Skriginski das Verhalten. So dauerte es keine zehn Minuten, und die Gans war gefangen – unter Applaus der Badegäste. Umgehend wurde sie zur Untersuchung zu einem Tierarzt in Rhynern gefahren, der aber keine Rettungsmöglichkeit mehr sah und sie von ihren Qualen erlöste.

Eigentlich wird die Feuerwehr zu Einsätzen mit Wildtieren gerufen. Da es aber zeitlich passte und die Mitarbeiter des Tierasyls schnell vor Ort sein konnten, nahmen sie sich dieser Aufgabe an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare