Grüne gegen Abriss des Hauses

Rettung von Kaufhof-Filialen und die Folgen für Hamm

Für den Kaufhof in Hamm soll im Herbst 2020 Schluss sein.
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Für den Kaufhof in Hamm soll im Herbst 2020 Schluss sein.

Gerade einmal zwei Wochen nach dem angekündigten Aus für 62 Kaufhof-und Karstadt-Filialen will der Konzern sechs dieser Häuser nun doch retten. Besteht nun auch Hoffnung für Hamm?

Hamm – Dass die Ankündigung vom Kaufhaus-Kahlschlag in Deutschlands Innenstädten auch eine Drohkulisse sein könnte, um günstigere Mieten für die Kaufhof- und Karstadt-Filialen zu erzwingen, war bereits früh vermutet worden. In sechs Fällen scheint das zu stimmen, unter anderem für eines der beiden Häuser in Dortmund gebe es jetzt wieder eine Perspektive, teilte der Konzern Medienberichten zufolge per Rundschreiben an die Mitarbeiter mit.

Das Haus an der Hammer Bahnhofstraße gehört nicht zum kleinen Kreis der Geretteten. Ob ernsthafte Verhandlungen über den Standort geführt werden, weiß auch der Betriebsrat nicht. Man bekomme da keine Informationen, sagte die Vorsitzende Marion Schöningh.

Im Rathaus geht man auch nicht davon aus, dass es noch dazustoßen wird. Er würde sich über die Rettung des Standorts freuen, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU). Aber es gebe keine entsprechenden Signale des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Managements. Hunsteger-Petermann auch als stellvertretender Vorsitzender des Städtetages Nordrhein-Westfalen mit der Angelegenheit befasst.

Der Oberbürgermeister rechnet für Ende Juli mit einer endgültigen Streichliste der Kaufhaus-Standorte. Für Hamm gebe es aber keine Hinweise auf einen Erhalt. Stattdessen lotet die Stadt bereits in Gesprächen mit den Immobilieneigentümern aus, was an der Bahnhofstraße auf den Kaufhof folgen könnte. Die Vorstellungen gehen in Richtung Kultur, Hochschule, studentisches und seniorengerechtes Wohnen. Dafür wären wohl Abriss und Neubau notwendig.

Kaufhof in Hamm: Grüne wollen schnellen Abbruch verhindern

Die Grünen wollen sich indes nicht mit einem schnellen Abbruch des Kaufhauses nicht abfinden. Sie verweisen auf die geschwungene, hinter weißen Aluminium-Elementen verborgene Fassade aus dem Jahr 1953. OB-Kandidatin Arnela Sacic wirbt bei der Wiederbelebung des Bahnhofsviertels dafür, die Nahversorgung im Viertel nicht zu vergessen. Im Kaufhaus-Gebäude könne außerdem Künstlern Raum zum Experimentieren gegeben werden. Co-Working-Plätze oder Handwerk und kleine Dienstleister ließen sich mit Bildungseinrichtungen und Wohnformen verbinden.

Die Sozialdemokraten wollen sich in der kommenden Woche äußern.

Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ließ eine aktuelle Anfrage unserer Zeitung unbeantwortet. Der Betriebsrat und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Verborgene Orte Kaufhof Müller-Hamm

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