Ein Restaurant für Ratten

Anwohner beklagen Zustände an Glas- und Kleidercontainern im Norden

Rund um den Kleider- und Glascontainern im Hammer Norden sah es zuletzt wieder sauber aus.
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Rund um den Kleider- und Glascontainern im Hammer Norden sah es zuletzt wieder sauber aus.

Unverändert katastrophal ist das Müllproblem am Standort der Glas und Kleidercontainer am Großen Sandweg im Hammer Norden. Regelmäßig wird dort Abfall aller Art abgeladen, darunter insbesondere Essensreste. Anlieger haben schon den Verdacht geäußert, dass hier ein Schnellimbiss oder Restaurant gezielt die Küchenabfälle beseitigt und bezeichnen die Stelle inzwischen als „Rattenrestaurant“.

Hamm-Norden – „Wenn man in Vorbereitung auf den Bau der neuen Kita die Bäume beseitigt hat, könnten doch die Container mit Zaun auch beseitigt werden. Diese könnten erst mal an einem Ausweichort aufgestellt werden. Eventuell entspannt sich dann das Müllproblem“, meint zum Beispiel Rüdiger Koethe. Wenn die Container nach rund einem Jahr zurückkämen, hätten sich die „Müllableger“ bestimmt anders orientiert und das Problem wäre vielleicht verschwunden, meint er.

Stadtsprecher Lukas Huster sieht darin nicht die Lösung des Problems. Die Kollegen des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungbetriebs Hamm (ASH) gingen davon aus, dass ein Schließen des Standorts nichts bringen würde. Vielmehr stellten es die Leute weiter an die Stelle. Ein Müllproblem sei im ganzen Bereich vorhanden, und eine Lösung gebe es momentan nicht. Gleichwohl kommen Mitarbeiter des ASH mehrmals wöchentlich dorthin, um den Abfall zu beseitigen. Das geschieht zu Lasten aller Gebührenzahler.

Regelmäßige Kontrollen

Huster weist außerdem darauf hin, dass Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) allein im Februar sechsmal zu unterschiedlichen Tageszeiten am Großen Sandweg gewesen seien. Dabei hätten sie teilweise selbst wilde Müllkippen festgestellt. Auf frischer Tat ertappt worden sei dabei (leider) niemand. „Das ist allgemein das große Problem bei Kontrollen: Wenn Verschmutzer KOD-Mitarbeiter in der Nähe sehen, halten sie sich natürlich zurück", so Huster. Sich auf Verdacht stundenlang auf die Lauer zu legen, sei aber für die KOD Kollegen nicht zielführend – zumal sie auch andere Aufgaben erfüllen müssten.

Mögliche Lösung: Die neue Kita

Das Problem der wilden Müllablagerungen lasse sich nach Ansicht der Verwaltung nicht nur durch die regelmäßigen Kontrollen des KOD, sondern vor allem durch stärkere soziale Kontrolle lösen. „Das erhoffen wir uns zum einen durch die Verlagerung des Standorts an die neue Kita. Gleichzeitig sind wir auch darauf angewiesen, dass Anwohner, wenn sie wilde Müllablagerungen mitbekommen, den Verursacher ansprechen und das an uns melden“, so Huster.

Da zeigt sich Koethe skeptisch: „Es ist nicht auszudenken, wenn demnächst solche Verhältnisse auf dem Parkplatz der Kita herrschen, wo gemäß der Planung die Container eine neue Heimat finden sollen. Die Situation am Großen Sandweg ist schon über Monate so. Der ASH bemüht sich sehr, aber langsam müssen dort andere Maßnahmen folgen. Denn der ASH kennt die Mengen an Unrat und Lebensmitteln, die dort abtransportiert wurden. Die Stadt muss jetzt handeln.“

Bisherige Kontrollen reichen nicht

Koethe fordert eine Überwachung in zivil mit neutralen Fahrzeugen, besonders in den frühen bis späten Abendstunden, auch bei Dunkelheit. Dabei sieht er sich auch von anderen Anwohnern unterstützt. Und Koethe erinnert daran, dass Oberbürgermeister Thomas Hunsteger Petermann in seinen Ansprachen versprochen habe, auch diejenigen im Auge zu behalten, die das Allgemeinwohl und die Gesundheit ihrer Mitmenschen gefährdeten.

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