Mehr als die Hälfte mit Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt

Rekordergebnis beim Autofasten: Rund 300 Teilnehmer sparen 202.663 Pkw-Kilometer ein

Bei der siebenwöchigen Fastenaktion sparten die Teilnehmer 28,5 Tonnen CO2 ein.
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Bei der siebenwöchigen Fastenaktion sparten die Teilnehmer 28,5 Tonnen CO2 ein.

Die große Resonanz auf das Autofasten hatten sich die Organisatoren der Kampagne zwar erträumt, jedoch kaum zu hoffen gewagt. Am Ende standen rund 300 Teilnehmer und 202.663 eingesparte Pkw-Kilometer als Ergebnis der siebenwöchigen Fastenaktion – beides ein absoluter Rekord.

Hamm – Allein gegenüber dem Vorjahr stieg damit die Teilnehmerzahl um 120 Personen, während die Kilometerleistung sogar verdoppelt wurde. Insgesamt wurden so rund 28,5 Tonnen CO2 von den Teilnehmern eingespart.

Lagen im Vorjahr noch die ÖPNV-Nutzer deutlich vorne, wurden in diesem Jahr über 106.000 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt. Dies entspricht einer Strecke von zweieinhalb Mal um den Erdball. Hinzu kommen knapp 97.000 Kilometer mit Bus und Bahn.

Der Sinn des Autofastens

Ziel der Aktion war es, einfach mal das Auto stehen zu lassen und sich zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Mit ihrer gemeinsamen Aktion „Autofasten“ wollten der Evangelische Kirchenkreis und das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (Fuge) Teilnehmern in der Fastenzeit die Möglichkeit bieten, sich ihrer eigenen Mobilität bewusst zu werden und den Automatismus, einfach zum Pkw-Schlüssel zu greifen, durchbrechen. Unterstützt wurden sie dabei vom ADFC Hamm und etlichen katholischen Gemeinden.

Bereits in den ersten Tagen der Fastenzeit zeichnete sich ab, dass in diesem Jahr ein Rekordergebnis an Teilnehmern und auch eingesparten Pkw-Kilometern erwartet werden konnte. Auffällig war dabei die hohe Zahl an Schülern, die sich angemeldet hatten.

So gab es Teams von der Friedensschule, der KonradAdenauer-Realschule, dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, dem Gymnasium Hammonense, der Marienschule, der Erich-Kästner-Schule und den Fridays for Future. Insgesamt machten sie etwa ein Drittel aller Teilnehmer aus.

Corona sorgt für weniger Verkehr auf den Straßen

Mit der Schließung der Schulen und vieler Betriebe durch die Corona-Pandemie fielen auf einen Schlag viele Wege, die sonst regelmäßig zurückgelegt werden, weg. So wie Monika Simshäuser, die plötzlich keine Termine mehr im Ruhrgebiet wahrnehmen konnte, meldeten zahlreiche Teilnehmer, dass sie in diesem Jahr vor allem Pkw-Fahrten durch den Wegfall von Wegen eingespart hätten. Dazu gehörten auch viele „Freizeitfahrten“, etwa zur Chorprobe oder zum Training der Kinder.

Claudia Kasten von der Fuge präsentiert das Rekordergebnis beim Autofasten: Rund 300 Teilnehmer sparen 202.663 Pkw-Kilometer ein.

Diese Kilometer flossen jedoch nicht in das Endergebnis ein, obwohl ihre Zahl sicherlich noch größer war als jene Kilometer, die klimafreundlich zurückgelegt werden konnten.

Wegfallen mussten auch alle persönlichen Treffen, wie zum Beispiel beim Autofasten-Café auf der Klimameile und bei der geplanten Diskussion rund um eine Verkehrswende in Hamm.

Fortbewegungsmittel bewusst wählen

Auch jene, die weiterhin unterwegs waren, berichteten von sehr bewussten Mobilitätsentscheidungen. So etwa Ulrich Knies, der sein Auto nur einmal pro Woche für Besorgungsfahrten, etwa zum Gartencenter nutzte und die restliche Zeit Wege mit dem Rad zurücklegte und feststellte, dass er mit dem Fahrrad etwa die dreifache Strecke gegenüber seinen Pkw-Fahrten zurücklegte.

Und so nutzte das Autofasten nicht nur dem Klima, sondern auch der eigenen Gesundheit durch mehr Bewegung und dem Geldbeutel durch weniger Tankstellenbesuche.

Vom Autofasten profitieren

Dank einer Spendenzusage der Sparkasse Hamm und auch einiger Privatspender profitieren auch Schüler in Chipole vom Autofasten in Hamm. So werden aus dem Erlös klimafreundliche Sonnengläser angeschafft, die dank ihrer Solartechnologie auch jenen Schülern Licht schenken, deren Haushalte nicht ans Stromnetz angeschlossen sind und die daher abends kaum Hausaufgaben machen können.

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zeigen sich die Organisatoren von dem Ergebnis hoch zufrieden, zumal viele Rückmeldungen zeigen, dass gerade in dieser Zeit sehr bewusste Entscheidungen, auch zugunsten des Klimas, getroffen werden.

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