Bilanz für April 2020

Corona crasht Arbeitsmarkt in Hamm - Rekordzahlen bei Kurzarbeit

Das nie dagewesene Corona-Schließungsszenario hat in Hamm in vielen Bereichen enorm schmerzhafte Folgen - und nun auch auf dem Arbeitsmarkt.
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Das nie dagewesene Corona-Schließungsszenario hat in Hamm in vielen Bereichen enorm schmerzhafte Folgen - und nun auch auf dem Arbeitsmarkt.

Wie erwartet stand der Arbeitsmarkt im April ganz im Zeichen von Corona. Die sonst übliche Frühjahresbelebung kam völlig zum Erliegen. Es gibt riesige Ausschläge bei der Kurzarbeit und den Arbeitslosenzahlen.

Hamm - Nach Angaben der Arbeitsagentur von Donnerstag stiegt die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Hamm im April 2020 um 945 oder rekordverdächtige 12,6 Prozent auf 8465. Die Arbeitslosenquote kletterte um einen vollen Punkt auf 9,0 Prozent. Vor einem Jahr waren es 622 Arbeitslose weniger, die Quote lautete 8,5 Prozent.

„Der Shutdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt in der Stadt Hamm stark geprägt“, erklärt Thomas Keyen, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hamm. „Die Zahl der Arbeitslosen ist sprunghaft gestiegen, die Kräftenachfrage wenig überraschend im Keller. Inzwischen haben seit Mitte März über 1200 Unternehmen in Hamm Kurzarbeit angezeigt, im gesamten Agenturbezirk sogar fast 4300 – so viele wie nie zuvor“.

Kurzarbeit für 15.000 Menschen angezeigt

Inzwischen haben insgesamt 1232 Unternehmen Arbeitsausfälle für über 15.000 potenziell betroffene Arbeitnehmer angezeigt. Viele von ihnen - insbesondere kleine und mittlere Unternehmen - seien das erste Mal von Kurzarbeit betroffen, heißt es in der aktuellen Übersicht. Weiterhin seien noch nicht alle Anzeigen geprüft und erfasst, doch habe die Dynamik bei den Anzeigen von Kurzarbeit inzwischen deutlich nachgelassen. Die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld steht immer erst nachträglich nach Prüfung und Bearbeitung der Anträge und der individuellen Abrechnungslisten fest.

Zur Bewältigung des enormen Auftragsvolumens wurden die für die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes zuständigen Teams innerhalb der Organisation der Arbeitsagentur massiv durch Personalumsetzungen verstärkt, die Arbeitszeiten innerhalb der Woche ausgeweitet und Überstunden an Samstagen und Feiertagen geleistet.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigten knapp 780 Betriebe für rund 16.600 Menschen im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) Kurzarbeit an.

Welle der Anzeigen inzwischen abgeflacht

„Auch wenn die aktuellen Beschränkungen Arbeitsausfälle in bisher nicht bekanntem Ausmaß angenommen haben, so ist die Welle der Kurzarbeitsanzeigen inzwischen abgeflacht", erklärt Keyen weiter. "Besonders zu erwähnen ist, dass jede Kurzarbeitsanzeige die Bereitschaft eines Unternehmens signalisiert, die Beschäftigten zu halten und auf Kündigungen zu verzichten, so lange es geht."

Entlastung könnten nur weitere Öffnungsschritte und Lockerungen vom Shutdown bringen, glaubt der Geschäftsführer der Arbeitsagentur. Je länger die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität dauert, desto schwieriger wird es für die Betriebe und damit auch für die Arbeitnehmer.“ - WA

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