Mit Dampf in jede Ritze: Thomas Johannpeter und Christiane Linhoff setzen auf innovative Reinigung

Thomas Johannpeter setzt im Fitnessstudio auf Desinfektion durch Dampf.
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Thomas Johannpeter setzt im Fitnessstudio auf Desinfektion durch Dampf.

Der Begriff „körpernahe Dienstleistung“ hat erst in Corona-Zeiten einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt. Dazu gehören etwa Kosmetik-, Sonnen-, Nagel-, Tattoo-, Massage- und Friseurstudios. Betriebe aus dieser Kategorie waren die ersten, die bundesweit infolge der Corona-Pandemie nicht mehr öffnen durften.

Hamm – Nun sind die meisten „körpernahen Dienstleister“ wieder am Start. Dasselbe gilt für Fitnessstudios, die ebenfalls über Wochen keine Kunden empfangen durften. Von einer Rückkehr zur Normalität sind sie alle noch weit entfernt. Es gelten besondere Hygieneregeln, klare Vorgaben in Sachen Abstand und Maskenpflicht.

Gerade jetzt, in Zeiten, in denen Sauberkeit und Hygiene auch für kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb immer wichtiger wird, ist auch von Hammer Geschäftsleuten Kreativität gefragt. Kreativität, die mitunter Kosten nach sich zieht. Die aber im Optimalfall die Sicherheit der Kunden stärken kann.

Reinigung mit kaltem Dampf

Thomas Johannpeter vom „Aktivita“ am Citykai und Christiane Linhoff vom Friseursalon „Hair Fashion“ in Bockum-Hövel haben sich für einen besonders innovativen Weg entschieden. Sie wollen künftig auf die maschinelle Reinigung ihrer Räumlichkeit mit kaltem Dampf setzen.

Mit einer Erfindung aus Österreich, die in der Alpenrepublik erst vor zwei Monaten auf den Markt gekommen und in Deutschland aktuell noch gar nicht vermarktet ist. Technischer Kundenbetreuer der Firma „H&P Trading GmbH“ für den Raum Mitteldeutschland ist der Hammer Roman Vette.

Vorführung der Nebelmaschine

Gemeinsam mit seinem Kollegen Ingo Niehus stellte er die Kaltnebel-Funktionsweise Thomas Johannpeter jetzt vor Ort im „Aktivita“ vor. Langfristig gehe es für ihn darum, für größtmögliches Vertrauen der Kunden zu sorgen. „Wir haben einen festen Kundenstamm – seit 28 Jahren", sagt Johannpeter. Doch aktuell und auch langfristig seien mitunter umfangreichere Vorsorgemaßnahmen nötig. Dieses Virus, sagt er, könne ja wiederkommen – oder ein anderes.

Und letztlich gehe es dann um die Frage, wie Fitnessstudios von der Größe des „Aktivita“ stetig so gereinigt werden können, dass die Kunden sorgenfrei zum Sport und Schwitzen kommen. Hier kommt die H&P Trading GmbH aus dem Burgenland in Österreich ins Spiel. Das Familienunternehmen setzt in seinem Kerngeschäft auf die Produktion von Ersatzteilen im Schienenverkehr. 

Ingo Niehus startet die Maschine.

Noch mehr Erfindungen wegen Corona

In Kooperation mit Partnern entwickelt H&P seit einigen Jahren aber auch Produkte aus dem medizinisch-technischen Bereich. Das neuste patentierte Produkt ist eine Desinfektionsmaschine, die über einen trockenen Nebel Polymere im ganzen Raum verteilt. „Bis in die letzte Ritze“, versichern Roman Vette und Ingo Niehus. Wie intensiv diese Reinigung ist, hängt letztlich vom verwendeten Mittel ab.

Die Kaltnebelmaschine zerstäubt alle denkbaren Flüssigkeiten, von Wasser bis hin zur hoch dosierten chemischen Desinfektionsmischung. Absatzmarkt für das Unternehmen ist in erster Linie das Bus- und Bahnwesen. Theoretisch könne es jedoch auch für Unternehmer aus anderen Bereichen eine lohnenswerte Anschaffung sein. Christiane Linhoff ist die Lebensgefährtin von Roman Vette – und froh, das Vorführmodell daher im eigenen Friseursalon an der Friedrich-Ebert-Straße einsetzen zu können.

Im Kampf gegen Keime und Bakterien

Ende Mai reinigte Vette die Räumlichkeiten mit dem Mittel „3D Biotech“. „Wenn man das einsetzt, darf man nicht parallel im Raum sein“, sagt Vette, der für den Test einen speziellen Schutzanzug trug – und dem Vernebelungsprozess dennoch von draußen zuschaute. „20 Minuten lüften reichen danach aber schon, um wieder rein zu können.“

Keime und Bakterien würde damit der Garaus gemacht. Und zwar – wie Vette und Niehus betonen – eben nicht nur auf Oberflächen, dort, wo man mit Schwamm und Tuch halt drüberwischen kann. Sondern aufgrund des Dampfes „in jedem Winkel, auch unter Tischen und in kleinen Ritzen“.

Sogar die Luft wird gereinigt

Niehus: „Viren bleiben auch in der Luft. Und auch die wird komplett gereinigt.“ Auch Gerüche, so Vette, ließen sich so neutralisieren. Für Thomas Johannpeter geht es bei den nächsten Tests in den kommenden Tagen im „Aktivita“ nun nur noch darum, das richtige, gesundheitsveträgliche Mittel zu finden, mit dem er die Nebelmaschine einsetzen kann.

Schließlich sollte man, nachdem die Maschine in einem Raum lief, dort schon sehr bald wieder Hanteln heben oder auf dem Crosstrainer flitzen können. Das Gerät selbst habe er jedoch bereits bestellt. Gleich zwei Mal sogar.

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