Einsätze in Bauernschaften

Getreide angesteckt: Wer sind die Brandstifter von Bockum-Hövel?

Die Hammer Feuerwehr musste am Wochenende drei Flächenbrände löschen.
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Die Hammer Feuerwehr musste am Wochenende drei Flächenbrände löschen - hier an der Oberholsener Straße.

Wenn in Hamm dreimal hintereinander Getreidefelder in Flammen aufgehen - wie am vergangenen Wochenende - ist Brandstiftung sehr wahrscheinlich. Polizeisprecher Hendrik Heine ist sich ziemlich sicher: „Das kann kein Zufall sein.“

Bockum-Hövel - Einer der betroffenen Landwirte, Heinrich Eggenstein, war zunächst von Unachtsamkeit ausgegangen. Er verlor bei dem Feuer am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr rund 250 Quadratmeter seines erntereifen Weizens. Seine Vermutung: Auslöser sei vielleicht eine unachtsam weggeworfene Zigarette. (Hier klicken für unseren ersten Artikel zum Thema.)

Dabei hatte er Glück im Unglück. Denn als sich das Feuer noch nicht weit ausgebreitet hatte, ging an seinem Feld ein bekanntes Landwirte-Ehepaar spazieren. Die beiden informierten Eggenstein sofort. So konnte er mit Trecker und Grubber von seinem sieben Kilometer entfernten Hof anrücken und das Feld rund um die Brandstelle bearbeiten, sodass die Flammen sich nicht mehr ausbreiten konnten. Gleichzeitig hatte ein Motorradfahrer auch die Feuerwehr angerufen. Als die eintraf, war das Problem bereits eingedämmt, und sie brachte das Feuer unter Kontrolle.

Brandstiftung in Bockum-Hövel: Kein Halten, wenn der Wind bläst

Eggenstein sagt weiter, dass er auch Glück gehabt habe, weil das Feuer an der Straße begann. So habe es sich gegen den Wind ins Feld hineingebrannt. Wäre es an der anderen Seite gelegt worden, hätte der Wind es ins Feld hineingetragen. „Die Bestände sind ja trocken. Besonders wenn der Wind bläst, gibt es kein Halten mehr“, sagt er.

Daher bittet er alle Spaziergänger auch ganz unabhängig von der aktuellen Brandstiftung um Vorsicht, um der Brandgefahr vorzubeugen. Niemand sollte seine Zigarettenkippen ins Feld werfen. Durch sein schnelles Eingreifen konnte Eggenstein den Schaden begrenzen. Er schätzt ihn auf rund 200 Euro.

Die Bestände sind ja trocken. Besonders wenn der Wind bläst, gibt es kein Halten mehr.

Heinrich Eggenstein, Landwirt

Brandstiftung in Bockum-Hövel: Zum Glück wenigstens versichert

Deutlich höher ist der Schaden des Landwirts Josef Hardenberg, der rund zwei Hektar Gerste durch den Brand verlor. Er schätzt ihn auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Sein Feld liegt direkt gegenüber eines der Windräder an der Straße Sommerbree. Er bemerkte den Brand zufällig selbst und stellte zugleich fest, dass er nicht mehr eingreifen konnte. „Das Feuer war so rasend schnell, da war nichts mehr zu machen. Besser, man lässt es abbrennen, als dass noch jemand zu Schaden kommt“, sagt er im Gespräch mit dem WA. Die Feuerwehr habe den Brand am Ende gelöscht.

Dass Felder angesteckt würden, komme immer mal wieder vor, berichtet er. Auch im vergangenen Jahr und im Jahr davor. „Ich habe Glück und bin versichert“, sagt er. Allerdings seien das auch noch einmal zusätzliche Kosten.

Containerbrände in Bockum-Hövel

Diese Vorfälle rufen vielen die Containerbrände in Bockum-Hövel in Erinnerung. Anfang des Jahres steckten Unbekannte mehr als zehn Abfall- und Kleidercontainer in Brand. Die Serie begann am 11. Januar mit zwei Altpapiercontainern und einem Altkleidercontainer. Am 23. Januar folgte ein weiterer Altkleidercontainer. Weiter ging es am 28. März mit drei Altpapiertonnen, im April mit zwei Müllcontainern und einer Plastikwanne und schließlich im Juni mit einem Altpapiercontainer. Trotz der Aufrufe, dass sich Zeugen melden mögen, hat die Polizei dazu bei jetzt noch keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen liefen aber weiter, sagt Polizeisprecherin Hannah Reineke.

Brandstiftung in Bockum-Hövel: erhöhte Gefahr für Wald- und Flächenbrände

Gebrannt hat dann am vergangenen Montag gegen 20 Uhr noch ein weiteres Feld, das sich am Markenweg befindet und an den Recyclinghof angrenzt. Hier wurden etwa 60 Quadratmeter vernichtet und die Feuerwehr löschte den Brand.

Der Löschzug Bockum der Freiwilligen Feuerwehr, der zum Löschen der Felder im Einsatz war, weist auf seiner Facebook-Seite unabhängig von der Brandstiftung auf die derzeit erhöhte Brandgefahr hin: „Trotz des aktuell eher kühlen und teils auch feuchten Wetters besteht weiterhin eine erhöhte Gefahr für Wald- und Flächenbrände. Bitte vermeidet jegliche Zündquellen in Wald und Flur“, heißt es dort. Und die Polizei bittet Zeugen, sich telefonisch unter der Telefonnummer 02381/91 60 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de zu melden.

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