Registrierungsaktion: 1410 wollen Salih Türkben helfen

Viele ließen sich registrieren. ▪

HAMM ▪ Salih Türkben hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich in die Hermann-Gmeiner-Schule zu kommen. Seit dem Sommer 2010 leidet der 26-Jährige am Non-Hodgkin-Lymphom, einer bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems. Nur eine Stammzellentransplantation kann sein Leben retten. 1410 Menschen ließen sich am Sonntag als mögliche Spender registrieren.

In vier bis sechs Wochen wird der zweifache Vater wissen, ob einer von ihnen sein Leben retten kann. Parkplatzsuchende Autofahrer prägten das Bild rund um die Schule in Herringen. Über türkische Vereine, die Hammer Moscheen und den Integrationsrat der Stadt hatte sich das Schicksal von Salih Türkben herumgesprochen. Andere hatten über Verwandte und Freunde oder über Facebook von der Aktion für den Hammenser erfahren. Und so kamen auch zahlreiche Auswärtige in der Hoffnung, helfen zu können.

Schon am Anfang seiner Erkrankung nahm Türkben Kontakt mit der Leukämie und Lymphom „Selbsthilfegruppe Münsterland-Süd“ e.V. auf. Ihre Vorstandsvorsitzende Hilde Doliganski war es auch, die den Kontakt zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) herstellte. 1000 Teilnehmer erhoffte sich Emel Tahta-Lehmann, Aktionsleiterin der DKMS, in Hamm. Gestern wurden alle Erwartungen übertroffen.

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Typisierungsaktion für Salih Türkben in der Hermann-Gmeiner Schule

„Unglaublich positiv beeindruckt“ zeigte sich Dr. Dr. Heinz Albert Dürk, behandelnder Arzt und Chefarzt der Onkologie des St.-Marien-Hospitals. Mit so vielen Menschen habe er nicht gerechnet. Besonders erfreut zeigte sich Tahta-Lehmann über den hohen Anteil an türkisch-stämmigen Teilnehmern.

Prominentester Unterstützer der Aktion war Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, der die Schirmherrschaft übernommen hatte. Auch viele andere Menschen halfen tatkräftig. Im Foyer hatten Freunde und Verwandte des erkrankten Familienvaters ein Büffet mit Kuchen und türkischen Spezialitäten aufgebaut. Andere Helfer hatten über Verwandte von Salih Türkben und der Aktion erfahren. So wie Lüfti Cidir aus Bottrop und Bernas Paul aus Werl. Spontan erklärten sie sich bereit, nach Hamm zu kommen, um bei der Registrierung der potentiellen Spender zu helfen.

Ohne die vielen Freunde und Helfer sei eine so große Aktion kaum machbar gewesen, zeigt sich Sarah Türkben tief beeindruckt von dem Zusammenhalt. Auch viele Menschen, die sie nur vom Sehen kenne und selbst Fremde hätten an diesem Tag ihr und ihrem Mann zur Seite gestanden. Ihnen allen möchte Sarah Türkben im Namen ihrer Familie ein herzliches Dankeschön aussprechen.

Während Salih Türkben nachmittags wieder in das St.-Marien-Hospital zurückkehren musste, riss der Ansturm in der Schule kaum ab. Die Aktion habe ihr und vor allem ihrem Mann neue Kraft und Motivation gegeben. Kraft, die er dringend braucht, um auch weiterhin gegen die Krankheit anzukämpfen. ▪ ck

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