Schlechtes Wetter

Regen verhagelt Erdbeer-Laune: Nasskalter Mai verzögert Saison

Wetterfester Arbeitsplatz: Birgit Wortmann steht am Verkaufsstand an der Soester Straße.
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Wetterfester Arbeitsplatz: Birgit Wortmann steht am Verkaufsstand an der Soester Straße.

Die Bedingungen für die Erdbeer-Saison sind aktuell nicht ideal. Die Landwirte hoffen nun auf besseres Wetter.

Hamm – Birgit Wortmann hat den Platz gewechselt: Als Stammkundin war die Hammerin in den vergangenen Jahren stets an den Erdbeerständen des Hofes Korn zu finden. In diesem Jahr steht sie selbst in dem kleinen Verkaufswagen an der Soester Straße. Ihr Vorteil: Im Gegensatz zu ihren Kunden bleibt sie trocken – während vor ihrer Theke ein Platzregen dem nächsten folgt. „Bei dem Wetter merkt man schon, dass weniger Leute kommen“, sagt Wortmann. „Aber trotzdem ist hier immer was los.“

Rund 35.500 Tonnen Erdbeeren werden jährlich allein in Deutschland verkauft – ein Fünftel davon in Nordrhein-Westfalen. Seit einer guten Woche sind auch an den Straßenrändern in Hamm die ersten Erdbeerstände zu sehen. Noch im Laufe dieser Woche werden es deutlich mehr. Allein der Hof Korn wird ab Mittwoch weitere Verkaufsstände an der Lippestraße, am Alten Uentroper Weg und vor Blumen Hesse im Hammer Süden öffnen. Selbstpflücker müssen sich allerdings noch gedulden.

Wetter macht sich bei Ernte und Verkauf bemerkbar

Die Erdbeersaison nimmt in diesem Jahr ungewöhnlich spät Fahrt auf. Der Grund liegt auf der Hand. „Wir hatten den kältesten April seit 38 Jahren. Und der Mai war bisher auch nicht besser“, sagt Landwirt Arne Korn, dessen Feld am Caldenhofer Weg derzeit allenfalls versprenkelte rote Farbtupfer durch reife Erdbeeren aufweist. „Was wollen die Leute also pflücken. Ich denke, vor Monatsende passiert gar nichts auf den Feldern.“

Woher kommen denn dann die Früchte an den Ständen: „Alles an Erdbeeren kommt aktuell aus Gewächs- und Folienhäusern“, sagt Korn. „Und damit sich das ändert, müssen wir erst einmal ganz anderes Wetter kriegen.“

Erdbeersaison mit Verzögerung schlägt auch auf Preis

Womit auch geklärt wäre, warum sich der Preis für die beliebteste Nuss des Landes derzeit am oberen Limit bewegt. Knapp fünf Euro für ein 500-Gramm-Schälchen muss der Kunde zu zahlen bereit sein. Ein Preis, der sich aber mit den ersten Sonnenstrahlen wieder relativieren werde, verspricht Korn.

Generell wird sich die Erdbeerzeit aber in diesem Sommer verschieben. „Die Natur steht still, die Pflanzen wachsen sehr verhalten“, stellt der Landwirt fest. Um die Ernte macht er sich aber aktuell noch keine Sorgen. „Im Moment geht das, weil die Erdbeeren noch nicht reif sind. Sonst könnte die Nässe zur Fäulnis führen. Aber die schweren Schauer der vergangenen Tage richten natürlich auch ihren Schaden an.“

Regen verhagelt die Erdbeersaison

Spätfolgen für die kommenden Jahre sind dennoch nicht zu erwarten. Erdbeerpflanzen haben eine maximale Lebensdauer von zwei Jahren, spätestens dann wird neu gepflanzt.

Auch für den Hof Kötter rollt die Erdbeersaison mit Verzögerung an. „Die Vorbereitungen laufen weiter auf Hochtouren. Leider ist es nicht so warm, so dass es noch nicht täglich Erdbeeren gibt. Heute morgen haben wir eine kleine Menge am Hof“, posteten Annette und Hilmar Kötter noch am Montag in den sozialen Medien. Die ersten Verkaufshäuschen sind auch hier an der Werler Straße, am Herringer Weg, an der Hammer Straße und am Maxicenter in Stellung gebracht. Am Dienstag blieb letzteres allerdings noch geschlossen.

Auch der Spargel leidet aktuell unter den Witterungsbedingungen. „Die Böden sind kalt, da wächst auch kein Gemüse“, sagt Korn. „Eine Spargelschwemme ist nicht zu erwarten. Die Kollegen sagen, sie ernten 40 Prozent weniger als sonst.“

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