Illegale Vermietung im Maxicenter: Thema gärt weiter

Eine Herberge für EU-Arbeitskräfte? Über den Geschäftsräumen im ursprünglichen Teil des Maxicenters an der Ostwennemarstraße 106 wurden Zimmer offenbar widerrechtlich vermietet.
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Über den Geschäftsräumen im alten Teil des Maxicenters wurden Zimmer widerrechtlich vermietet.

Die Lichter in den Zimmern im Obergeschoss der Einkaufspassage im alten Maxicenter bleiben künftig aus. Das Thema um die rechtswidrige Vermietung von Zimmern im 1980er-Jahr-Bau an der Ostwennemarstraße 106 ist dagegen noch lange nicht vom Tisch. Der WA hat sich in der Politik und bei den Nachbarn umgehört.

Hamm – „Es ist ein Schandfleck auf diesem eigentlich so schönen Platz“, sagt Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch über das in die Jahre gekommene und von etlichen Leerständen geprägte Gebäude und nennt die Fassade als Beispiel. Immer wieder habe die Lokalpolitik versucht, auf die sichtbaren Mängel am Gebäude und den wiederholt überfluteten Parkplatz einzuwirken – meist vergeblich. „Es ist Privateigentum“, begründet Pförtzsch, der die Möglichkeiten der Bezirkspolitiker deshalb eingeschränkt sieht. Versucht worden sei in der Vergangenheit beispielsweise auch, mit dem Eigentümer über mehr Aufenthaltsqualität auf dem Parkplatz und entsprechende Maßnahmen zu sprechen.

Dass es nicht zu derartigen Gesprächen kam, kann man dem Eigentümer rechtlich gesehen nicht vorwerfen – das mit dem Vermieten von Zimmern trotz fehlender Genehmigung aber schon. Gerüchte darüber, dass im Obergeschoss der Einkaufspassage Menschen leben und das womöglich illegal, gab es im Ort schon länger. Warum dennoch nichts unternommen wurde, ist aber unklar. Von außen hatte zumindest nichts sichtbar auf eine illegale Nutzung hingewiesen.

Eine mögliche Antwort liefert jemand aus dem Umfeld des Maxicenters. „Gerüchte kommen hier immer sehr schnell auf“, sagt ein Unternehmer. Allerdings, so betonte er, sei die Situation mit der Einkaufspassage nicht grundlos so, wie sie aktuell ist. „Es fing erst an, als das die Erweiterung des Maxicenters gebaut wurde und einige Geschäfte von der Einkaufspassage in die Neubauten umzogen“, sagt er, der damit indirekt auch die Stadt kritisiert.

Wichtig für die Entwicklung der „Neuen Mitte“

„Eigentum verpflichtet“, sagt unterdessen der Uentroper SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jan-Hendrik Flecke und pocht darauf, dass die Stadtverwaltung im Zuge der aktuellen Ermittlungen zur Einkaufspassage auch die Mängelbeseitigung abseits der Wohnsituation genau unter die Lupe nimmt. Dies hielt die SPD auch in einem Antrag fest, den sie bei der jüngsten Bezirksvertretersitzung eingereicht hatten. Weitere Schritte, so Flecke, habe die Partei nicht getan, sondern verlasse sich ganz darauf, dass die Stadtverwaltung tätig wird – was bekanntlich bereits geschehen ist. Warum sich die SPD so sehr für Verbesserungen hinsichtlich der Einkaufspassage an der Ostwennemarstraße 106 einsetzt? „Der alte Teil des Maxicenters ist für die Entwicklung der ,Neuen Mitte’ in Werries genauso wichtig wie der neue Teil“, sagt Flecke.

Nun hoffen sowohl die Leute aus dem Umfeld des Maxicenters als auch die Lokalpolitiker darauf, dass die aktuelle Sitation endlich einen Hebel in Bewegung setzt und das Gebäude seiner exponierten Lage wieder gerecht wird.

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