Mandantengeld unterschlagen: Anwalt angeklagt

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Hamm - Weil er Mandantengelder in Höhe von rund 60 000 Euro unterschlagen haben soll, wird sich ein 45-jähriger Rechtsanwalt aus Hamm in Kürze vor dem Hammer Schöffengericht einzufinden haben.

Zwei Monate nach der Anklageerhebung durch die Dortmunder Staatsanwaltschaft wurde diese nun vom Gericht zugelassen; der Prozess soll am 14. Februar stattfinden. 

Vorgeworfen werden dem Hammer Juristen Untreue und Betrug in besonders schwerem Fall. Zum einen soll er sich in seiner Tätigkeit als Rechtsbeistand für einen überschuldeten Mandanten rund 27.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. 

Dem aus Hamm stammenden Mandanten war der Jurist über die Schuldnerberatung in einem so genannten außergerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren zur Seite gestellt worden. 

Die Schulden wurden nie bezahlt

Der Mandant zahlte laut Staatsanwaltschaft ab Ende 2011 monatlich zwischen 450 und 650 Euro auf das Konto seines Anwalts ein – im Glauben, dass damit sein Schuldenberg bei zwei Banken abgebaut würde. Tatsächlich soll das Geld bei den Kreditinstituten nicht angekommen sein, was 2016 bemerkt wurde und zum Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt führte. 

Im zweiten Komplex soll der Jurist knapp 34.000 Euro, die einer Mandantin nach einem Hausverkauf zustanden und die ebenfalls auf eines seiner Konten eingezahlt worden waren, unterschlagen haben. Lediglich 4,61 Euro soll der Anwalt auf das Konto der Frau überwiesen und den Rest des Geldes Ende 2015 für eigene Zwecke verbraucht haben. 

Der Anwalt hatte bereits in den Jahren 2015 und 2016 weit über die Stadtgrenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt, als er einem ebenfalls aus Hamm stammenden Mandanten ein frei erfundenes Urteil des Arbeitsgerichts untergejubelt hatte. 

Angeklagter ist immer noch zugelassener Anwalt

Erst vor dem Oberlandesgericht war er damals vom Vorwurf der Urkundenfälschung freigesprochen worden. SeineZulassung als Anwalt hat weiterhin Bestand. Auch aktuell ist er im bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis aufgeführt. 

Sollte es wegen der jetzt angeklagten Vorwürfe zu einer Verurteilung kommen, sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Der Rechtsanwalt äußerte sich gestern auf WA-Anfrage nicht zu den ihm gemachten Vorwürfen.

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