Dennis Kocker vertritt Sohn des in Hamm Gestorbenen

Wer griff wen vor tödlichem Stich an? - Ermittler haben Videoaufnahmen

+
Die Szenerie in der Nassauerstraße am Freitagnachmittag.

Die Beschuldigten der tödlichen geendeten Auseinandersetzung in der Hammer Innenstadt setzen nun auf juristischen Beistand, um Licht ins Dunkel der Vorgänge zu bringen und ihrer Seite der Wahrheit Gehör zu verschaffen.

Hamm - Der Sohn des am Freitagnachmittag durch einen Stich in den Oberkörper auf der Nassauerstraße tödlich verletzten Mannes lässt sich durch den Hammer Rechtsanwalt Dennis Kocker vertreten. Auch gegen den jungen Mann - nach WA-Informationen ist er 19 Jahre alt - wird im Zusammenhang mit den Vorgängen am Freitag ermittelt. Welche Rolle er dabei spielte beziehungsweise Vorwurf ihm konkret gemacht wird, ist der Redaktion noch nicht bekannt.

Im Gespräch mit WA.de machte Kocker am Dienstag immerhin klar, dass die von der Staatsanwaltschaft kommunizierte "Notwehr"-Variante zunächst nicht grundsätzlich angezweifelt werde, man sich aber die bisherigen Ermittlungsergebnisse aus Dortmund möglichst zeitnah und sehr genau ansehen wolle. Am Dienstag beantragte Kocker bei der Staatsanwaltschaft daher Akteneinsicht.

Die Gesamtsituation vor dem letztlich todbringenden Moment scheint jedenfalls weniger einseitig gewesen zu sein, als man meinen könnte. In der Sache sei es aus Sicht seines Mandanten so, "dass dieser und auch sein Vater durch andere Beteiligte angegriffen wurden", so Kocker. Er als Verteidiger warte nun gemeinsam mit der unter Schock stehenden Familie des Getöteten auf die Akteneinsicht. Kocker: "Was genau passiert ist, wird sich in der nächsten Tagen vermutlich aufklären."

Der Strafverteidiger Dennis Kocker vertritt den Sohn des Getöteten.

Videoaufnahmen zeigen Vorgänge

Nach Angaben des zuständigen Staatsanwalts Felix Giesenregen handelte der beschuldigte 25-jährige Afghane aus Notwehr, als er dem 51-jährigen Gegenüber mit einem Schraubendreher in den Brustbereich stieß. Giesenregen bestätigte, dass auch Videoaufnahmen sowohl von Handys als auch einer Überwachungskamera vorlägen. Auch diese gehen Kocker zu. Was sie genau zeigen, ist noch unklar.

Woher der Beschuldigte das Tatwerkzeug habe, der Staatsanwalt noch nicht sagen: Die entsprechenden Ermittlungsakten erwartet er am Mittwoch, wie er auf Nachfrage sagte.

Die Familie des Getöteten hat syrische Wurzeln, lebt aber in Hamm. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare