Erste Eindrücke von der Münsterstraße in Hamm

Real ist jetzt Kaufland: Vieles ist anders, aber nicht alles ist neu

Kaufland Real Hamm
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Jan Keimer (Verkaufsleiter), Lisa Schwarz (Hausleiterin für Umbau) und Guido Frischen (Hausleiter, von links) waren in dieser Woche intensiv mit der Marktumgestaltung beschäftigt.

Der Start von Kaufland als Nachfolger des Real-Marktes am Mittwoch in Hamm-Heessen verlief eher ruhig - jedenfalls was die Kundenseite betrifft.

Hamm – Weder bilden sich Schlangen an den Kassen, noch läuft der Parkplatz über. Die Kunden sind geteilter Meinung über das neue Angebot, die Mitarbeiter schwer beschäftigt: vor allem mit offenbar neuer Technik, aber auch mit Umräumen und Umbauen.

Erster Eindruck beim Betreten: Vieles ist anders, aber nicht alles ist neu. Die Frische-Abteilung ist von hinten nach vorn gewandert, im hinteren Bereich gibt es nun Konserven, Halbfertig- und Fertigprodukte. Lebensmittel überwiegen, aber eine Reihe von Non-Food-Waren werden nach wie vor angeboten. Und das gilt nicht nur für Reinigungs- und Hygieneartikel oder Pflegeprodukte – über die Fläche verteilt werden auch Zeitschriften, Küchengeräte und das eine oder andere Oberbekleidungsprodukt feilgeboten.

Auffällig: In der Mitte des Ladens ist eine Sonderverkaufsfläche mit Angeboten, die im Raum verteilt auf Paletten präsentiert werden. An einer Seite wird die Fläche von allein stehenden Regalen mit Ein-Euro-Produkten begrenzt. Und hinten rechts ist ein riesiges Areal abgesperrt, auch vor neugierigen Blicken – es erschließt sich nicht, was dort passiert. Kaufland hatte ja auch angekündigt, nach der Wiedereröffnung noch Umbauten im laufenden Betrieb vorzunehmen.

Kaufland statt Real: Mitarbeiter erschließen neue Areale

Die für den Verkauf bereits genutzten Flächen aber sind von Umbauten verschont. Die Fleischtheke ist, wo sie auch vorher war – so wie auch die Kühlgeräte und die Milchprodukte. Auch der Getränkeverkauf ist geblieben, wo er war. In der Nähe der Kasse allerdings gibt es keine Oberbekleidung oder Schuhe mehr, hier stehen offenbar die Regale mit Waren, die für den Ausverkauf vorgesehen sind – plakatiertes Motto: Alles muss raus.

Neuer Name, neue Ausrichtung: Aus dem Real-Markt an der Münsterstraße ist Kaufland geworden.

Die Mitarbeiter sind derweil emsig damit beschäftigt, Regale ein- oder umzuräumen oder mehr noch: neue Areale zu erschließen. Viele werden offenbar gerade eingewiesen. Für Kundenfragen, wo sich welches Produkt jetzt befindet, ist wenig Zeit. Auch an der Kasse gibt es offenbar Umstellungen, die Kassiererinnen sind auch damit beschäftigt, sich die eine oder andere technische Neuerung gegenseitig zu erklären.

Kaufland statt Real: Kunden mit gemischten Gefühlen

Bislang unverändert ist der Eingangsbereich: Bäcker, Tabakladen, Apotheke und die anderen kleinen Läden sind, wo sie sind. Nur die Beschilderung der Kundentoiletten hängt noch nicht, aber die Kunden wissen, wo sie hin müssen, wenn sie müssen: „Das hier ist die Herrentoilette“, sagt ein Kunde zum anderen, als der suchend durch den vorderen Bereich läuft. Die Symbole an den Türen für Damen und Herren fehlen noch.

So lief die Übernahme von Real zu Kaufland

Vor etwas mehr als einem Jahr, im Januar 2020, wurde bekannt, dass der Düsseldorfer Handelskonzern Metro die Supermarkt-Kette Real verkaufen will. Der größte Teil der bundesweit 276 Filialen sollte demnach weiterverkauft, rund 30 Standorte aber auch geschlossen werden.

Es folgten Monate der Ungewissheit für die rund 90 Mitarbeiter und die Kunden, bis Anfang dieses Jahres bekannt wurde, dass Kaufland die Niederlassung an der Münsterstraße übernimmt und erhält. Kaufland versichert: Die Arbeitsplätze aller 90 Mitarbeiter bleiben erhalten.

Die Metro AG hatte 1998 mit der Übernahme der Allkauf-Gruppe auch den Markt an der Münsterstraße 183 übernommen und 2009 aufwendig saniert. Daneben betrieb der Konzern von 1992 bis ins Jahr 2009 auch eine Real-Filiale im Allee-Center. 

Die Kunden sind ganz unterschiedlicher Meinung zum neuen Supermarkt. Eine Kundin findet es gut, dass der Schwerpunkt mehr auf den Lebensmitteln liegt – und sie fand sich schnell zurecht: „Alles ist da, wo ich es erwarte.“ Ein anderer Kunde lobt, die Waren seien günstiger, allerdings mit der Ausnahme seines Lieblingstees.

Unzufriedenheit gibt es auch. Oberbekleidung gebe es kaum noch, moniert eine Kundin. Und ein weiterer Kunde vermisst die Fahrradabteilung. Seine Hoffnung: „Vielleicht ist sie nach dem Umbau wieder da.“

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