Das Ende von „Einmal hin, alles drin“

Real in Hamm schließt bald: Viele Regale im künftigen Kaufland sind leergekauft

Parkplatz des Real-Marktes in Hamm Heessen
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Der Real in Heessen: Viele Kunden versuchen, noch mal ein Schnäppchen zu schlagen.

Der Real in Heessen wird seinen Charakter als kleines Kaufhaus wohl verlieren. Im Februar wird er als Kaufland wiedereröffnet. Der Schwerpunkt soll dann auf Lebensmitteln liegen.

Hamm-Heessen - Von wegen „Einmal hin, alles drin“. Im Real an der Münsterstraße in Hamm-Heessen sind derzeit viele Regale leer. Die Übernahme durch Kaufland am 1. Februar wirft Schatten voraus – oder besser: seine Leere.  Wo sonst alle Regale bis hinten hin voll sind, stoßen derzeit die Einkaufswagen der Kunden vor fast leeren Regalen aneinander.

StadtHamm
Einwohner179.916 (31. Dez. 2019)
Stadtgliederungsieben Stadtbezirke
OberbürgermeisterMarc Herter (SPD)

Aufkleber weisen auf Angebote hin, und fast alles ist im Real im Angebot, was man nicht essen kann. Die letzten analogen Kinderspiele, hauptsächlich Playmobil, haben die Mitarbeiter des Marktes an den breiten Gang herangeräumt, an den Wänden sind die Regale leer. Die Mitarbeiter haben keine Zeit zu sprechen – und wollen es auch nicht. Wie wird sie aussehen, die Übernahme durch Kaufland?

Vor der Übernahme durch Kaufland: Fast alles bei Real im Angebot

Der Eindruck ist: Der Laden wird seinen Charakter als „kleines Kaufhaus“ verlieren. Eine Sprecherin von Kaufland bestätigt das. „Kaufland ist spezialisiert auf den Lebensmitteleinzelhandel auf der Großfläche“, erklärt sie. „Unser Sortiment umfasst auch Nonfood-Waren – Haushaltswaren, Elektroartikel, Schreib- und Spielwaren sowie Aktionswaren.“ Der Fokus von Kaufland liege jedoch auf Lebensmitteln.

Ein normales Kaufhaus gibt es in Hamm nach der Schließung von Kaufhof nicht mehr.

Real führt viel Elektronik - nun ist in Hamm kaum noch etwas da

Die Veränderungen sind nun schon am Eingang zu sehen. Rechts ist die Abteilung für Unterhaltungselektronik aller Art vom Computer-Kabel bis zur DVD, von Spielekonsolenzubehör bis zum CD-Player. Jetzt fällt dort eine Palette Kühlschränke auf, herabgesetzt, und lediglich ein paar DVDs liegen in den leeren Regalen. Offenbar gab es Flachbildschirmfernseher, viele Kunden haben sie in ihren Einkaufswägen.

Haushaltswaren soll es bei Kaufland geben, aktuell sind sie aber fast ausverkauft. Nebenan die Oberbekleidung: Auch diese wurde von den Mitarbeiterinnen im Real an den Rand der Regale geräumt, sodass sie nahe am Gang liegen. Nicht umgeräumt wurden Autopflegeprodukte und -zubehör: Das Motoröl steht abseits wie eh und je. Nebenan bei den Fahrradprodukten gibt es nur noch wenige Pumpen, vereinzelte Reifen. Umräumen geht hier gar nicht, weil es spezielle Aufhängevorrichtungen für die Waren gibt.

Real in Hamm: Kaufland-Sprecherin bestätigt Zeitplan für Übernahme

Die Kauflandsprecherin bestätigt noch einmal den Zeitplan. Der Markt sollte am 1. und 2. Februar geschlossen sein. Der Real werde dann teils umgebaut und beliefert. „Ab 3. Februar können die Kunden dann bei Kaufland an der Münsterstraße einkaufen“, erklärte die Sprecherin. Besonderes Augenmerk lege das Unternehmen im Lebensmittelbereich auf die Frischeabteilungen Obst und Gemüse, Molkereiprodukte sowie Fleisch, Wurst, Käse und Fisch.

Kosmetik und Kerzen, Servietten, Schuhe und Sport: Aktuell ist mehr Luft in den Regalen als Ware. Klar: In zehn Tagen kommt das neue Sortiment. Viele Real-Kunden schauen aktuell vor allem nach den Alles-muss-raus-Sonderangeboten. So stauen sich die nur wenig bepackten Einkaufswagen bis zur Kinderkleidung zurück, obwohl alle Kassen geöffnet sind.

Der Real ist der vierte Kaufland-Markt in Hamm, die anderen drei sind 3,5 Kilometer, 6 und 6,5 Kilometer entfernt. Frage an die Kauflandsprecherin: Bleiben die anderen drei Kauflandmärkte in Hamm an der Wilhelmstraße, an der Römerstraße und an den Zentralhallen langfristig erhalten? Die Antwort: „Durch die Integration dieses Real-Marktes werden wir in Hamm zukünftig vier Märkte betreiben. Bei bundesweit 670 Standorten sind wir in vielen Städten mit mehreren Märkten vertreten.“ Auch die 90 Mitarbeiter sollen übernommen werden, hieß es bereits Anfang des Monats.

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