Etliche Vorwürfe gegen Etablissement

Razzia im Bordell "Mc-Sex" in Pelkum

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Einsatz zu vorgerückter Stunde: Der Pauschal-Sexclub "Mc-Sex" in Pelkum wurde am Freitagabend von Polizei und Zoll durchsucht.

HAMM - Mit großem Aufgebot haben am Freitagabend Einsatzkräfte der Polizei und des Zolls eine Razzia im Pauschal-Sexclub "Mc-Sex" an der Daimlerstraße in Pelkum durchgeführt. 30 Beamte durchsuchten das Etablissement, auch Drogenspürhunde kamen zum Einsatz.

Die "Sparfuchsaktion im November", bei der ein Kunde fürs Tagesticket 60 Euro inklusive Getränken und Buffet bezahlt, fiel am Freitagabend jedenfalls ins Wasser. Ein Dutzend Freier hatte sich in der auf dem Gelände einer Metallverwertungsfirma angesiedelten "Erotiklocation" eingefunden, als um 20 Uhr der Konvoi der Beamten vorfuhr.

"Die Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft beziehen sich auf den Verdacht der Steuerhinterziehung sowie auf mögliche Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz", sagte Henner Kruse, Sprecher der Dortmunder Staatsanwaltschaft am späten Abend zu dem Einsatz. Ob verdächtiges Material gefunden und sichergestellt wurde, stand bis Redaktionsschluss nicht fest.

Was hatte man den Frauen versprochen?

Etwa ein Dutzend, zum überwiegenden Teil aus Osteuropa stammende Frauen wurden von den Beamten in dem laut Homepage "in jeder Hinsicht verkehrsgünstig" gelegenen Bordell angetroffen und befragt. Zu welchen Konditionen sie dort anschaffen, wie sie in die Branche gelangten und was ihnen möglicherweise in ihrer Heimat versprochen wurde: Details dieser Art wurden bisslang von den Ermittlern nicht preisgegeben.

Nur soviel: "Das Ganze läuft sehr ruhig und unaufgeregt ab", sagte eine Zoll-Sprecherin. Aufgeregter waren da schon einige der Freier, die am Eingang ihre Zivilkleidung gegen weiße Bademäntel eingetauscht hatten und in einem Raum - ohne Frauenbegleitung - warten mussten. Auch sie hatten den Beamten ihre Ausweise vorzeigen müssen und wurden in der Folge um ihr zweifelhaftes Vergüngen gebracht.

"Wie lange dauert das noch hier?"

"Ey, ich hab' da drinnen noch nix gemacht", wetterte ein 20-jähriger Kunde nach seiner Personalienfestellung auf dem Hofparkplatz. "Ich war gerade fünf Minuten da, als die hier alle kamen", meinte er mit Fingerzeig auf die Beamten, die den Eingang kontrollierten. 60 Euro habe er bezahlt und eigentlich bis 4 Uhr bleiben wollen. Sein Geld wolle er zurück, aber er wisse nicht, ob das überhaupt gehe. "Entschuldigung: Wie lange dauert das noch hier", will er von den Zöllnern wissen - denn am liebsten würde er wohl doch wieder da rein. Von Skrupeln keine Spur. - fl

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