Prozessauftakt

Raubüberfall auf Tedi: Ein paar Schnäpse nach dem Aufstehen

Ein 34-Jähriger aus Hamm muss sich vor dem Dortmunder Landgericht wegen Ladendiebstahls verantworten.
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Ein 44-jährige Mann aus Hamm muss sich vor dem Dortmunder Landgericht wegen einem Raubüberfall verantworten.

Knapp 1000 Euro in bar erbeutete ein Räuber bei einem Überfall auf den Tedi-Markt in Bockum-Hövel im August 2020. Das Geld reichte für einen dreitägigen Drogentrip, sagte er am Dienstag beim Prozessauftakt vor dem Dortmunder Landgericht.

Dortmund/Hamm – Der 44-jährige Mann aus Hamm ist das, was man einen Mehrfach-Abhängigen nennt. Zur Tatzeit habe sein Alltag eigentlich immer gleich ausgesehen, erzählte er den Richtern der 32. Strafkammer: „Nach dem Aufstehen brauchte ich erst einmal ein paar Schnäpse und vielleicht so vier Flaschen Bier, bis ich in der Lage war, zum Arzt zu fahren.“

In der Praxis wurde der 44-Jährige dann mit Drogen-Ersatzmedikamenten versorgt. Diese hätten aber eigentlich immer nur bis zum Nachmittag gewirkt, so der Angeklagte. Deshalb habe er dann mit illegalen Drogen nachgeholfen. „Kokain, Heroin – ich habe alles genommen“, so der 44-Jährige. Und bis zum Abend habe er dann stets auch knapp 15 Flaschen Bier und einen halben Liter Schnaps intus gehabt.

Drogenrausch: Angeklagter erinnert sich kaum an Tat

Insofern klingt es nicht wirklich verwunderlich, wenn sich der 44-Jährige an den Raubüberfall so gut wie gar nicht mehr erinnern können will. „Ich war an dem Tag ziemlich verpeilt und total voll mit Alkohol und Drogen“, sagte er am Dienstag. Dass er den Überfall begangen hat, will er jedoch nicht bestreiten: „Ja, klar, ich habe das gemacht.“

Der Angeklagte war damals maskiert auf eine Kassiererin zugegangen und hatte sie aufgefordert, die Kasse zu öffnen. Um seiner Ansage Nachdruck zu verleihen, hatte er außerdem zwei Messer wuchtig in die Kassentheke gestoßen. Daraufhin hatte die Frau ihm die ganze Geldkassette mit rund 1000 Euro Bargeld überlassen.

Zeugenaussagen stehen noch aus

Mit der Beute will der Angeklagte drei Tage lang durchgefeiert haben. Zusammen mit mehreren Bekannten habe er sich immer wieder Drogennachschub gekauft und dabei natürlich auch den Alkohol nicht vergessen, gab er zu.

Nach seinem Geständnis erwartet den Mann nun eine längere Haftstrafe, die er wahrscheinlich zumindest teilweise auch dazu nutzen kann, eine Drogentherapie zu machen. Vor einem möglichen Urteil wollen die Richter aber auf jeden Fall noch die Kassiererin und zwei Kunden aus dem Tedi-Markt als Zeugen vernehmen.

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