Beispielfall aus der Alleestraße

Rattenbefall in Hamm nimmt offenbar zu - Droht eine Plage?

Ratten
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An der Alleestraße werden vermehrt Ratten gesichtet. Auch in ganz Hamm scheint das Problem zu wachsen.

Ratten: Da schrillen wohl bei jedem die Alarmglocken. Erst recht, wenn sie sich im unmittelbaren Wohnumfeld breit machen. Wie bei Friedrich Hatton aus Hamm, der von einer „Plage“ an der Alleestraße berichtet.

Hamm – „Ratten gab es hier schon immer, aber jetzt nehmen sie überhand“, sagt der 84-Jährige. Als er sich deswegen an die Stadtverwaltung wandte mit der Bitte, etwas dagegen zu unternehmen, wurde er an den Hauseigentümer verwiesen.

Das ist das übliche Verfahren. Allerdings lebt Hattons Vermieter in Ingolstadt, und dort sei er telefonisch nicht erreichbar, sondern nur per Post. Also hat der 84-Jährige ein Einschreiben mit Rückschein geschickt – das zurückkam. Denn der Vermieter sei umgezogen, und an die neue Adresse habe er noch nicht geschrieben. Währenddessen tummelten sich immer mehr Ratten vor seiner Parterrewohnung: im kleinen Garten, auf dem Balkon und sogar im Keller.

„Der Vermieter ist erster Ansprechpartner des Mieters, um Abhilfe zu schaffen“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Erst, wenn der nicht aktiv werde, könne man sich auch an das Ordnungsamt wenden – das sich wiederum an den Vermieter wendet. „Das ist in diesem Fall auch bereits geschehen“, so Huster. Erst, wenn der Hausbesitzer der Aufforderung, etwas gegen den Rattenbefall zu unternehmen, nicht nachkommt, werde die Stadt aktiv. Und zwar im Rahmen der sogenannten Ersatzvornahme, deren Kosten dem Hauseigentümer in Rechnung gestellt werden. Denn: „Schädlingsbekämpfung liegt im öffentlichen Interesse“, so Huster.

Ratten in Hamm: Es gibt immer Gründe

Sollte die Ursache für die „Rattenplage“ auf einem Nachbargrundstück liegen, werde der entsprechende Eigentümer wiederum vom Ordnungsamt aufgefordert, den Missstand zu beseitigen. Denn es gibt immer Gründe, warum Ratten angelockt werden. Müll und Unrat gehört meistens dazu.

In öffentlichen Bereichen bemüht sich die Stadt selbst darum, Rattenpopulationen zu bekämpfen oder im besten Fall zu verhindern. Das geschieht laut Huster beispielsweise durch Köder, die von Fachfirmen ausgelegt werden. Für die Kanalisation ist der Lippeverband zuständig, der ebenfalls regelmäßig Fachfirmen damit beauftragt, Ratten zu bekämpfen.

Meldungen über Rattenprobleme erreichen die Stadtverwaltung immer häufiger. Huster: „Im vergangenen Jahr sind im Ordnungsamt rund 130 Meldungen eingegangen – es zeichnet sich ab, dass dieser Wert in 2021 wohl überschritten wird.“

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