Schädlingsbekämpfer gibt Entwarnung

Mehr Ratten in Hamm – aber keine Plage

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Tagsüber sind Ratten nur selten zu sehen.

Hamm - Es kreucht und fleucht unter unseren Füßen. 45 Mal wurden der Stadt Hamm in diesem Jahr bereits Ratten-Sichtungen gemeldet. Die Nager halten sich normalerweise in der Kanalisation auf und kommen nur zum Fressen ans Tageslicht. Angelockt werden sie von Müll und Essensresten.

„Ratten kommen in diesem Jahr in besonders starker Population vor. Normalerweise sagt man, dass in einer Stadt immer zwei Ratten pro Einwohner leben. Die Zahl dürfte nun größer sein“, sagt Ulrich Witzig von der Firma ABK-Schädlingsbekämpfung.

Durch den warmen Winter sei die natürliche Selektion weitgehend ausgeblieben. Kranke und alte Tiere sowie die meisten Jungen hätten die kalte Jahreszeit überlebt. Witzig ist dafür zuständig, die ungebetenen Gäste wieder aus dem Haus zu befördern, wenn sie sich erst einmal eingenistet haben.

Keine Anhaltspunkte für Plage

Zuletzt hatten an der Wörthstraße Ratten ein ganzes Wohnhaus befallen, die Stadt trat auf den Plan, ein Kammerjäger rückte an. Nachbarn fürchteten eine Plage. Trotz der größeren Population sprechen die Experten bei der Stadt nicht von einer Plage. Dafür gebe es keine Anhaltspunkte.

Das untermauern auch die Zahlen. 2018 wurden im Zeitraum von Januar bis August sogar 61 Ratten-Sichtungen gemeldet. Und: Gefährlich seien die Nager trotz des Risikos von übertragbaren Krankheiten in der Regel nicht. „Ich vergleiche das immer mit dem Verhältnis Mensch und Dinosaurier. Wenn uns ein T-Rex gegenüberstehen würde, würden wir auch wegrennen“, erklärt Witzig.

Kein Grund zur Sorge

Ratten seien Fluchttiere. Falls Gewerbe oder Gastronomie der Auslöser für Rattenbesuche seien, nehme das Ordnungsamt dennoch schnellstmöglich Kontakt auf und fordere die Verursacher auf, den Kammerjäger zu beauftragen; am Recyclinghof sei regelmäßig ein Schädlingsbekämpfer im Einsatz, erklärte ein Stadtsprecher.

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