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Nabu regt an: Ranger soll die Lippeauen schützen

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Von: Detlef Burrichter

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Die wertvollen Biotope der Lippeauen sollen nach Vorstellungen des Nabu von einem Ranger geschützt werden. © Reiner Mroß

Hamm - Die Lippeauen sollen zum Schutz wertvoller Biotope künftig von einem Ranger geschützt werden. Dieser Ranger sollte mit ordnungsrechtlichen Befugnissen ausgestattet sein. Das regte der Stadtverband des Naturschutzbunds e.V. (Nabu) an.

Auf Grund der Erfahrungen in den bestehenden, weiter östlich gelegenen naturnah umgestalteten Auengebieten müsse dem Schutz der sensiblen Naturräume mit aktiven Schutzmaßnahmen Rechnung getragen werden. Zugleich bekennen sich die Naturschützer ausdrücklich zu einer gezielten Öffnung der Aue für die Bürger im Bereich der Münsterstraße.

Den Bürgern soll ein angemessener Bereich zur Entfaltung ihrer Interessen und zum Erleben ihres Heimatflusses geboten werden. Damit gibt der Verein den konzeptionellen Überlegungen der großen Koalition grundsätzlich seinen Segen. Demnach sollen in dem benannten Bereich Freizeitmöglichkeiten geschaffen werden. Die Vorstellungen reichen von einer Bühne für Konzerte und Kinovorführungen unter freiem Himmel bis zu einem Lippestrand.

Die Naturschützer fordern allerdings, einen möglichst schonenden Zugang zu schaffen. „Auf eine Versiegelung muss vollständig verzichtet werden“, sagte Vorsitzende Irene Weigt. Auch Störungen durch Großveranstaltungen müssten auf wenige Termine im Jahr beschränkt werden. Positiv steht der Nabu auch zu dem Vorschlag, einen Erlebnisbauernhof in die Lippeaue zu integrieren. Allerdings müsse der Standort sensibel gewählt werden, um durch die zu erwartenden Besucher schutzwürdige Flächen nicht zu beeinträchtigen.

Begleitend müsse es ein naturnahes Bewirtschaftungskonzept für die Grünlandflächen der Aue geben. Sinnvoll könne die Haltung einer Herde Heckrinder sein. „In den Kreisen Soest und Unna wird das heute schon erfolgreich praktiziert“, sagte Weigt. Das Bewirtschaftungskonzept könnte im Rahmen eines sozialen Projektes durch den Erlebnisbauernhof umgesetzt werden. Als möglicher Standort ist unter anderem die alte Schlossmühle in Heessen im Gespräch.

Insgesamt bewertet der Nabu Hamm die geplante Uferentfesselung und Deichrückverlegung sowie den Anschluss von Altarmen und historischen Gewässersystemen (Mühlengraben im Osten und Geinegge im Westen) positiv. Das diene dem Natur- und Artenschutz gleichermaßen wie dem Hochwasserschutz. Ein wichtiger Aspekt sei die Vernässung der Grünlandbereiche, um gefährdete Arten wie Kiebitz und Weißstorch Lebensgrundlagen zu bieten.

Im östlichen Bereich westlich und östlich der Fährstraße sollen die bestehenden Biotope zum Naturschutzgebiet hochgestuft werden. „Im Zuge der Renaturierung und Deichrückverlegung muss hier unter allen Umständen darauf geachtet werden, dass die heute schon bestehenden wertvollen Bereiche, wie Röhrichte, Stillgewässer und Feuchtgrünland auch während der Umgestaltung unter keinen Umständen beeinträchtigt werden“, sagte Weigt.

Auf keinen Fall dürfe das bestehende Wegenetz in diesen sensiblen Bereichen erweitertet werden. Die Randzonen sollen so gestaltet werden, dass Störer abgehalten werden. Gleichwohl soll es Beobachtungsstationen geben, die Einblicke in die Naturräume ermöglichen. Eine angemessene Besucherlenkung werde unabdingbar sein.

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