Nachfolgepläne für Bockum-Höveler Krankenhaus

Rahmenplan beerdigt „St. Jupp“ - So soll es auf dem Gelände weitergehen

Das Gebäude des St.-Josef-Krankenhauses wird nicht mehr in die neue Rahmenplanung aufgenommen.
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Keine Zukunft für „St. Jupp“: Das Gebäude des St.-Josef-Krankenhauses wird nicht mehr in die neue Rahmenplanung aufgenommen. Wohl aber eine medizinische (Teil-)Nachnutzung für das Areal.

Die mögliche Nachnutzung des St.-Josef-Krankenhauses in Bockum-Hövel ist nicht Bestandteil der neuen Rahmenplanung für den Stadtbezirk. Das bedeutet nichts anderes als das endgültige Aus für „St. Jupp“.

Hamm – Lange mussten Bezirkspolitiker und die Bockum-Höveler auf den so genannten „Städtebaulichen Rahmenplan für Bockum-Hövel“ warten. Vier Jahre lang steckte der Plan in der Schublade. Große Hoffnungen verknüpften viele Bockum-Höveler mit dem Plan vor allem für den Erhalt ihres St.-Josef-Krankenhauses. Doch offensichtlich hat Planer und Politiker die Realität eingeholt. Der Rahmenplan, der am Mittwoch in der Bezirksvertretersitzung im Ratssaal des Bürgeramtes ab 17 Uhr vorgestellt wird, beschäftigt sich nicht mehr mit der Nachnutzung des Gebäudes, sondern mit der Neunutzung des riesigen Geländes.

Als Ursache der Verzögerung der Planveröffentlichung gibt die Stadtverwaltung folgende Begründung an: „Aufgrund gleich mehrerer Nutzungsänderungen in zentraler Lage und insbesondere durch die im Januar 2017 von der St.-Franziskus-Stiftung angekündigte Schließung des St. Josef-Krankenhauses und Aufgabe des Standorts zum Jahr 2020 (aktuell Ende 2022) ergeben sich signifikante räumlich-strukturelle Veränderungen, die eine Gesamtbetrachtung des Stadtteilzentrums mit dem Instrument einer städtebaulichen Rahmenplanung erforderlich gemacht haben.“

Die Erarbeitung des nun vorliegenden Rahmenplans übernahmen das Büro Reicher Haase in Kooperation mit dem Büro StadtRaumKonzept (beide in Dortmund). Ergebnis ist ein etwa 60 Seiten starkes Werk, das nicht nur eine Analyse des Bockum-Höveler Ist-Zustandes beinhaltet, sondern die Ergebnisse der Bürgerbeteiligungen/-werkstätten der vergangenen Jahre in die Planung einbezieht.

Klare Antworten auf Frage „Was wird aus St. Jupp?“

Für den City-Bereich Bockum-Hövel ist städtischerseits eine vertiefende und konkretisierende Fortschreibung der alten Planung in Auftrag gegeben worden, insbesondere mit Blick auf den Standort des St.-Josef-Krankenhauses (Errichtung eines medizinisches Versorgungszentrums) und ein etwaiges multifunktionales Veranstaltungsgebäude (Bürgersaal/Markthalle) in Verbindung mit einer Mobilitätsstation. Vorrangiges Ziel bei der Umsetzung – so die Stadt – sei zudem die Stärkung der Fuß- und Radverkehre durch Ausbau der klimafreundlichen und gleichberechtigten Verkehrsinfrastruktur und Minderung der Barrierewirkung von Hauptverkehrsstraßen sowie die Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung des Stadtbezirks an den Klimawandel. Soweit erforderlich, müssten auch hierfür vertiefende Planungen in Auftrag gegeben werden, so die Stadt.

Das wichtigste Thema „Was wird aus St. Jupp?“ beantwortet das Gutachten recht eindeutig. Nicht mehr die Nachnutzung des Gebäudes ist im Gespräch, vielmehr werden relativ konkrete Vorschläge für die Nachnutzung des 21.000 Quadratmeter großen Innenstadtgeländes gemacht. „Zentral ist die Aufteilung des Gebietes in Flächen für den Gemeinbedarf, Flächen für das Wohnen sowie Flächen für eine Mischnutzung. Die Flächen für Gemeinbedarf im Westen des Standortes orientieren sich entlang der Hohenhöveler Straße und ermöglichen den Standort auch weiterhin für medizinische Einrichtungen zu nutzen. Denkbar wäre ein medizinisches Versorgungszentrum, aber auch öffentliche Nutzungen. Als Ergänzung des zentralen Versorgungsbereiches sollte über aktive Erdgeschosszonen wie ein Café der öffentliche Raum belebt werden. Die Flächen für Wohnen bilden einen Übergang zu den bestehenden Einfamilienhausstrukturen östlich des Gebietes“, heißt es im Gutachten.

Hallohpark und Versorgungszentrum im Blick

Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP begrüßt den Rahmenplan. „Die Planungen zeigen die wesentlichen Punkte auf, die uns seit Jahren wichtig sind und für die wir lange gekämpft haben“, freuen sich Klaus Zumbrink (SPD), Dirk Hanke (Grüne) und Stefani Müller-Veit (FDP). Dazu gehören insbesondere die Umfeldverbesserungen und bessere Wegeverbindungen rund um den Marktplatz und die Stärkung der Radwegeverbindungen und des ÖPNV. Auch der Hallohpark nimmt als zentraler Naherholungsraum eine wichtige Stelle ein und soll weiter aufgewertet werden. Die Koalition will außerdem dafür sorgen, dass an Stelle des Krankenhauses ein medizinisches Versorgungszentrum entsteht. Weitere medizinische Anwendungen sollen hier ebenfalls neuen Platz finden, wie zum Beispiel Reha- und Pflegeangebote. Das alles soll durch die Bauleitplanung abgesichert werden.

Auch Bezirksbürgermeister Hartmut Weber (SPD) freut sich über die Planung. „Für mich ist die vorgeschlagene Aufwertung des Marktplatzes und die stärkere Verbindung mit den Einkaufsstraßen ein wichtiger Punkt. Auch die Stärkung des Hallohparks und die Schaffung neuer Grünflächen liegen mir am Herzen.“ Und zum Krankenhaus: „Wir haben uns seit Jahren für den Erhalt des Krankenhauses eingesetzt, weil es für die Bevölkerung in Bockum-Hövel notwendig ist. Eine Schließung unseres Krankenhauses ist gerade in der jetzigen Zeit das völlig falsche Signal. Gemeinsam mit unserem Oberbürgermeister Marc Herter habe ich in direkten Gesprächen versucht, die Franziskus-Stiftung zu überzeugen, das Krankenhaus zu erhalten und weiterzuführen. Dies ist bisher leider erfolglos geblieben. Mit der vorgelegten Planung des Rahmenplanes wird nun alternativ der erste Schritt für eine medizinische Nachnutzung gelegt, die sich an den Erfordernissen der Bürger orientieren,“ sagt Weber.

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