Zahl der Bergschäden in Hamm ist rückläufig

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Auch bei der Innensanierung der Jakobuskirche (links Pfarrerrin Gabriele Wedekind) gab es Bergschäden.

HAMM - Vor mittlerweile fast drei Jahren wurde der Kohleabbau auf dem Bergwerk Ost eingestellt. Doch noch immer hat die Bergschadensabteilung der RAG reichlich zu tun: Allein aus Hamm wurden ihr im Jahr 2012 rund 1 500 Bergschäden gemeldet.

„Die Zahl geht allerdings kontinuierlich zurück“, sagte Stefan Hager, Leiter der Abteilung Bergschäden, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. 2009 habe es noch rund 3000 Schadensmeldungen aus Hamm gegeben, zum größten Teil aus Pelkum und Herringen – also jenen Bereichen, die direkt vom Abbau betroffen waren. „Dies war das Spitzenjahr“, so Hager, der die Zahl der Bergschadensfälle RAG-weit auf jährlich rund 35 000 bezifferte.

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Nach Angaben des Markscheiders ist es nicht ungewöhnlich, dass Jahre und sogar Jahrzehnte nach Einstellung des Kohleabbaus noch Schadensmeldungen bei der RAG eintreffen. „Das liegt zum einen daran, dass im Einwirkungsbereich des Abbaus auch noch nach fünf Jahren Bodenbewegungen auftreten können.“ Zum anderen sei es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass vor allem Risse lange Zeit gar nicht entdeckt werden konnten. „Zum Beispiel wenn sie sich hinter einer Wandverkleidung oder einem Schrank befanden“, so der Markscheider.

Da die alten Abbauunterlagen noch existieren, ist es für die RAG relativ leicht nachzuvollziehen, ob die betroffenen Häuser im Einwirkungsbereich eines alten Kohleabbaus liegen oder nicht. In diesem Fall könnte der gemeldete Schaden in der Tat durch bergbaubedingte Einwirkungen entstanden sein.

Zwei bis drei Hammer Streifälle pro Jahr vor Gericht

In rund 90 Prozent der Schadensmeldungen aus Hamm – neben Rissen werden vor allem Schieflagen gemeldet – geht es um Summen von unter 5000 Euro. „Zwei bis drei Hammer Streitfälle pro Jahr landen bei der Schlichtungsstelle Bergschaden in NRW“, so Hager. Vor Gericht werde derzeit keine Bergschadensangelegenheit aus Hamm behandelt. RAG-weit seien es jedes Jahr weniger als 20.

Die Betroffenen müssen sich übrigens keine Sorgen darüber machen, dass es nach Einstellung der Steinkohlebergbaus keine Schadensregulierungen mehr geben wird. Für die Zeit nach dem Jahr 2018 seien Rückstellungen gebildet worden, sagte RAG-Sprecher Christof Beike. Auch nach diesem Zeitpunkt werden sich die Bürger an die RAG beziehungsweise das Nachfolgeunternehmen wenden können. - stg

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