Nach 18 Monaten

Rückbau der Zeche Heinrich Robert - vorerst - beendet

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Robert Bures von der Rag Montan Immobilien zeigt, wie sich das Zechengelände verändert hat.

Herringen/Pelkum - Nach rund eineinhalb Jahren ist der erste Bauabschnitt der Rückbaumaßnahmen auf Heinrich Robert fast beendet. Ende dieses Monats werde man sich erst einmal vom Gelände zurückziehen, sagt der seitens der RAG Montan Immobilien (RAG MI) zuständige Projektingenieur Robert Bures.

Dort, wo noch bis vor wenigen Wochen gigantische Baumaschinen sich an den Gebäuden der Aufbereitung zu schaffen gemacht haben und Menschen über das rund 55 Hektar große Gelände gewirbelt sind, herrscht an diesem herrlichen Septembertag eine fast schon gespenstische Ruhe. „In den kommenden Tagen stehen nur noch einige Verdämmmaßnahmen sowie ein Fassadenabschluss an der ehemaligen Skipentladung von Schacht Robert an“, sagt Bures und ist mit dem Verlauf der Rückbaumaßnahmen insgesamt zufrieden – von den beiden Arbeitern, die im Mai 2017 bei Abbrucharbeiten am alten Mannschaftsgang schwer verletzt worden waren, einmal abgesehen. 

„Geplant waren 18 bis 21 Monate, gebraucht haben wir 18 Monate.“ Das sei vor allem ein Verdienst der beiden Abbruchunternehmen Heitkamp und Moß gewesen, die, obwohl sie einige Male improvisieren mussten, hochprofessionell gearbeitet hätten, so der Projektingenieur, der sich aber auch bei den beteiligten Behörden bedankt. Insgesamt wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 60 Objekte mit etwa 270.000 Kubikmeter umbautem Raum zurückgebaut. Die genaue Zahl lässt sich nur schwer sagen, da Gebäude wie die Schachthalle Heinrich im Gegensatz zur ursprünglichen Planung nicht abgerissen wurden, andere Gebäude wie Teile des Mannschaftsgangs, die man erst „nicht auf dem Schirm hatte“, hingegen schon.

Von der Aufbereitung Heinrich Robert ist außer einem Träger und einem kleinen Rundeindicker (links) – sie bleiben möglicherweise dauerhaft erhalten – nichts übrig geblieben.

Was auffällt: Dort, wo früher die Aufbereitung von Heinrich Robert stand, sieht es „wie geleckt aus“. Die Firmen haben den Bereich quasi besenrein überlassen. Das sei, so Bures, auch ein Teil des Auftrags gewesen. Doch wie geht es jetzt weiter? 

"Denkmalwürdig"

Der Projektingenieur geht davon aus, dass es noch einen zweiten Bauabschnitt geben wird und weitere Gebäude abgerissen werden. Nur: Welche das sein werden, ist noch offen. Gebäudeteile wie die Maschinenhalle, das Hauptgebäude mit Verwaltung, Lichthof, Kaue und Lampenstube oder der Hammerkopfturm wurden von den Denkmalschützern als „denkmalwürdig“ eingestuft und spielen auch in den Überlegungen von Jürgen Tempelmann, der das Gelände zu einem CreativRevier entwickeln möchte, eine wichtige Rolle. Bures hofft, dass bis Ende dieses Jahres feststeht, welche Gebäude erhalten bleiben und welche nicht.

Rückbaukonzept folgt

Für diejenigen, die nicht zu halten sind, muss die RAG MI ein Rückbaukonzept erstellen, sich die erforderlichen Genehmigungen einholen und Firmen mit dem Rückbau beauftragen. Falls erforderlich, werde man frühestens im Frühjahr 2020 mit weiteren Rückbaumaßnahmen beginnen können, erklärt der Projektingenieur. 

Größere Kontaminierungen

Ebenfalls im Jahre 2020 soll auch an anderer Stelle eine größere Maßnahme starten, die für die Entlassung des Geländes aus der Bergaufsicht zwingend erforderlich ist: Im Bereich der ehemaligen Kokerei gibt es größere Kontaminierungen. Voraussichtlich durch eine Abdichtung soll verhindert werden, dass die Schadstoffe dauerhaft ins Grundwasser gelangen. Bures geht davon aus, dass das Konzept bis Ende dieses Jahres vorliegt. 2019 werde die RAG MI dann in die Detailplanung und das Genehmigungsverfahren einstiegen, so der Projektingenieur.

Gutachten stehen noch aus

Von anderen Bereichen des riesigen Areals wie dem Verwaltungsgebäude mit seinem vorgelagerten Park sowie von der Kaue, dem Lichthof und der Lampenstube geht hingegen keine Gefahr mehr aus. Zum Teil muss dies aber noch gutachterlich bestätigt werden. Ende dieses beziehungsweise Anfang nächsten Jahres könnten sie aus der Bergaufsicht entlassen und damit „bespielt“ werden. Das möchten auch der Investor und die RAG MI: „Beginn Revitalisierung des Gebäudealtbestandes“ steht auf der Homepage der RAG MI unter der Jahreszahl 2019.

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