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Rätselraten nach Attacken in Heessener Wohnhaus

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Von: Martin von Braunschweig

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Prozessakten im Gericht (Symbolbild)
Der Richter hat in diesem Fall keinen leichten Stand. © Swen Pförtner / dpa (Symbolbild)

Mehr als zwei Jahre nach einem nächtlichen Einbruch in Hamm-Heessen hat in Dortmund der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Für den 34-Jährigen steht eine Menge auf dem Spiel. Mit den Richtern reden will er trotzdem nicht.

Dortmund/ Hamm – Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass hinter der Fassade des so unscheinbar wirkenden Mannes auf der Anklagebank ein gefährlicher Straftäter steckt. In der Nacht auf den 19. Dezember 2019 soll er gewaltsam in die Wohnung einer Familie in Heessen eingedrungen sein. Der Grund: unbekannt.

Als der Wohnungsinhaber von den Geräuschen im Flur wach wurde und nachschauen ging, soll er von dem Angeklagten mit einer Holzsäge attackiert worden sein. Das Sägeblatt hatte der Täter zwar offenbar mit Papier umwickelt. Der Griff soll ihm jedoch als Schlagwerkzeug gedient haben.

Zweimal will der Wohnungsinhaber von dem Angreifer getroffen worden sein. Die Verletzungen am Kopf und an der Schulter waren aber zum Glück nur oberflächlich. „Es blieben Rötungen zurück“, hieß es am Freitag in der Anklageschrift. Einen Arzt habe das Opfer nicht aufsuchen müssen.

Ob sich der Angeklagte und der Verletzte kannten, ist noch nicht klar. Für die Staatsanwaltschaft steht jedoch fest, dass es nur zwei Monate nach dem nächtlichen Einbruch zu einem zweiten Aufeinandertreffen der beiden Männer gekommen ist.

Zweites Aufeinandertreffen im selben Haus

Dabei soll der heute 34-Jährige seinen Kontrahenten im Hausflur angesprochen und mit zwei Messern bedroht haben. „Geh zurück in deine Wohnung, oder ich bringe dich um“, soll der Angeklagte dem anderen Mann zugerufen haben. Aus Angst habe der sich daraufhin tatsächlich zurückgezogen, so die Staatsanwaltschaft.

Was hinter den angeklagten Attacken steckt, wollen die Richter nun mithilfe von Zeugen herausfinden. Auf eine Kooperation mit dem 34-Jährigen können sie dabei jedoch nicht setzen. Auf die Frage, ob er etwas zu den Vorwürfen sagen wolle, antwortete der Angeklagte nur knapp: „Nein.“

Für den Heessener haben sich die Zukunftsaussichten seit einigen Tagen dramatisch verschlechtert. Nachdem ein vom Gericht eingesetzter Psychiater im Vorfeld der Verhandlung nicht ausschließen konnte, dass der Angeklagte psychisch krank und für die Allgemeinheit gefährlich ist, wurde der 34-Jährige Anfang des Jahres plötzlich doch noch festgenommen. Seitdem ist er einstweilen in einem psychiatrischen Krankenhaus in Dortmund untergebracht. Dort könnte er nach einer Verurteilung für unbestimmte Zeit bleiben müssen.

Der Prozess soll Ende des Monats fortgesetzt werden.

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