Zahlreiche tote Tiere

Angler schlägt Alarm: Rätsel um Fischsterben im Geithe-Bach

Hannes Knickenberg ist Angler, er entdeckte eine Reihe tote Fische im Bach.
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Trauriger Fund: Hannes Knickenberg ist Angler, er entdeckte eine Reihe tote Fische im Bach.

Es schrillten sofort alle Alarmglocken bei Hannes Knickenberg, als er vor einigen Tagen am Bach Geithe vorbeikam. Kleine und größere Fische lagen im Wasser, „kieloben“ und somit offenbar tot. Der 17-jährige Angler ahnte Böses und verständigte sofort die Polizei, die ihrerseits das Umweltamt zur Hilfe rief.

Hamm - Für die Jahreszeit und für die Temperaturen sei eigentlich genügend Wasser in der Geithe, überlegte Knickenberg. Andere Auffälligkeiten konnte der 17-jährige Angler auf die Schnelle nicht ausmachen. Es gebe zwar das Phänomen des Sauerstoffmangels im Wasser, dem Fische zum Opfer fallen könnten. Womöglich seien auch Stoffe in den Bach gelangt, die nicht nur dem Fischbestand, sondern letztlich auch dem Vieh auf den Weiden Schaden zufügen könnten. „Die Rindviecher trinken schließlich aus dem Bach“, sagt Knickenberg.

Unsere Redaktion hat sich mit Fischereiberater Dirk Bergmeier unterhalten. Auch er hatte sich am Montag die Situation in der Geithe angesehen. Bachforellen, Quappen, Schmerlen, Döbel und Stichlinge – Bergmeier entdeckte zahlreiche Opfer im Bach.

Es müsse sich aber um eine zeitlich sehr begrenzte Situation gehandelt haben, die zudem die Fische überraschte. „Wenn sich eine sauerstoffzehrende Substanz langsam im Wasser verteilt hätte, hätten die Tiere Reißaus genommen“, erklärt Bergmeier. Er vermutet, dass die mögliche Verunreinigung eher nur von kurzer Dauer war und wie eine Welle über die Tiere hinwegrollte, denn die kleineren tierischen Organismen, sogenannte Makrozoobenthos, seien noch am Leben.

Sauerstoffgehalt macht Hoffnung

Auch seien die Fischarten bereits wieder eingewandert. „Was genau zum Tod der Fische geführt hat, ist schlecht nachweisbar“ bedauert Bergmeier. Allerdings gebe der aktuelle Sauerstoffgehalt von 4,6 Milligramm (mg) pro Liter Grund zur Hoffnung, dass sich der Lebensraum Geithe schnell wieder bekrabbelt. Normal für diese Jahreszeit und Temperaturen seien Werte von 4 bis 6 mg auf einen Liter.

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