Langer Weg zur schnellen Bahn

Rad-Projekt-Ruhr (RS1) sorgt in Hamm für Kopfschmerzen

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Der ungenügende Mitteldamm-Teilstück führt unter anderem hier an den Lippebrücken entlang.

Hamm/Bergkamen – Der Bau des Radschnellwegs Ruhr (RS1) gestaltet sich an seinem östlichen Ende schwieriger als gedacht. Das Projekt muss an zahlreichen Stellen überprüft werden.

Da die vorgesehenen Trassen in Hamm und im Kreis Unna schmaler als vorgesehen sind, werden nun Alternativen geprüft. Der bisher vorgesehene Korridor soll jedoch beibehalten werden, teilte der Landesbetrieb Straßen NRW mit. Mit einem Baubeginn rechnen die Planer hier nicht vor 2026.

In Hamm soll der RS1 weitgehend auf dem Mitteldamm zwischen Datteln-Hamm-Kanal und Lippe verlaufen; in Bergkamen, Kamen und Königsborn ist die sogenannte Klöcknerbahn vorgesehen, eine ehemalige Werksbahntrasse. Beide Streckenabschnitte sind bereits Radwege, und beide sind für den Radschnellwegstandard deutlich zu schmal.

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Auch Fußgänger sollen profitieren

Als die Idee eines Radschnellwegs quer durchs Ruhrgebiet 2010 aufkam, gab es in Deutschland noch keinerlei Regelwerk für solche Strecken. Die werden erst nach und nach entwickelt, sagt Sebastian Artmann, der beim Landesbetrieb Straßen NRW Projektleiter für den RS1 ist.

Der Landesbetrieb hatte die Planung 2016 übernommen und will einen einheitlichen Standard zwischen Duisburg und Hamm durchsetzen. Und der sieht eben eine generelle Breite von sieben Metern vor – Radfahrer sollen auch im Begegnungsverkehr problemlos überholen können, Fußgänger abseits der Radfahrbahn auf eigenen Wegen gehen.

Sieben-Meter-Vorgabe kam später

Als der gewünschte Trassenverlauf festgelegt wurde, war von sieben Metern noch keine Rede, erinnert sich Carsten Gniot, der im Hammer Stadtplanungsamt die Verkehrsplanung leitet. Das Engagement von Straßen NRW begrüßt er – für das Projekt brauche es eben gemeinsame Vorgaben.

Um auf die sieben Meter Breite zu kommen, möchte Gniot Fuß- und Radweg weiträumig trennen und den Platz auf dem Damm so effektiver nutzen. Man werde das prüfen, sagt Artmann. Genauso wie eine alternative Streckenführung auf der Nordseite der Lippe.

Kreis Unna kämpft mit Umweltaspekt

Im Kreis Unna unter anderem in Bergkamen geht es eher um Umweltbelange. Die Klöcknerbahn ist an einigen Stellen nur zwei Meter breit. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung solle klären, ob der Weg erweitert werden könne. Auch Paralleltrassen würden untersucht, so Artmann. Sie sollten aber im selben Korridor liegen; die bisherigen Fixpunkte der Strecke sollten erhalten bleiben.

Ein Ingenieurbüro solle noch in diesem Jahr mit der Arbeit beginnen, sagt der Projektleiter. Ergebnisse sollten Ende 2020 vorliegen. Das Planverfahren wolle man bis 2025 abschließen, ab 2026 könnte dann gebaut werden.

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